Wolfsverordnung: LJV Brandenburg bei Ausarbeitung ausgeschlossen

In Brandenburg tritt die neue Wolfsverordnung in Kraft. Schwerpunkt ist und bleibt laut Ministerium die „Wolfsprävention“.
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In Brandenburg stieg die Zahl der gerissenen Nutztiere im Vergleich zum Vorjahr um über 35 Prozent.
In Brandenburg stieg die Zahl der gerissenen Nutztiere im Vergleich zum Vorjahr um über 35 Prozent.

Die brandenburgische Wolfsverordnung (BbgWolfV) als Teil des Wolfsmanagementplans ist vom Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (MLUK) überarbeitet worden. Mit Veröffentlichung im Gesetz- und Verordnungsblatt ist die aktualisierte Fassung kürzlich in Kraft getreten. Das geht aus Pressemitteilung des Ministeriums vom 12. September 2022 hervor. In der Wolfsverordnung werden die „Voraussetzungen für Vergrämungs- und Entnahmemaßnahmen bei Wölfen mit auffälligem Verhalten sowie bei Wölfen, die wiederholt in geschützte Weidetierbestände eingedrungen sind und dort Nutztiere reißen“ geregelt.

Entnahme von Wölfen ermöglicht

In der aktualisierten Verordnung wurde die Möglichkeit geschaffen, „Entnahmen von Wölfen anzuordnen, die über längere Zeiträume in bestimmten Gebieten überdurchschnittlich oft Nutztiere reißen“, heißt es in der Pressemitteilung. Damit wird vor allem auf den Umstand reagiert, dass ein optimaler Weidetierschutz nicht in allen Gebieten Brandenburgs möglich ist. Auch bei Übergriffen auf „nicht kleinwüchsige Rassen von Rindern und Pferden“ sollen so Maßnahmen schneller implementiert werden können.

Landesjagdverband ausgeschlossen

Die Ausarbeitung der aktuellen Verordnung sei „in einem breit angelegten Beteiligungsverfahren von Naturschutz- und Nutzerverbänden entwickelt“ worden, heißt es in der Pressemitteilung des Ministeriums. „Erfahrungen aus dem Vollzug der Vorgängerverordnung flossen ebenso ein, wie neue bundesrechtliche Regelungen.“ Wie der Geschäftsführer des Landesjagdverband (LJV)Brandenburg, Kai Hamann, gegenüber der Redaktion erklärt, sei der Verband in die Ausarbeitung der Wolfsverordnung jedoch nicht einbezogen worden.

Mitt 900 bestätigten Individuen hat Brandenburg die höchste Wolfsdichte weltweit. Zudem sind die Wolfsübergriffe um mehr als 35 Prozent zum Vorjahr gestiegen. Diese Entwicklung mache „es unabdingbar, dass endlich rechtliche Möglichkeiten zur Entnahme von Wölfen geschaffen werden“, erklärt Hamann. Doch für den LJV Brandenburg sei die neue Wolfsverordnung „technisch unsauber, bringt keine Rechtssicherheit für Jäger und wird das Problem keinesfalls lösen.“

Innerhalb des Aktionsbündnis Forum Natur habe der LJV Brandenburg der Politik im Zuge der Ausarbeitung der 3. Auflage des Wolfsmanagementplans ein Modell zum Wolfsmanagement vorgelegt. „Für Brandenburg ergibt sich daraus der Bedarf ab dem aktuell laufenden Wolfsjahr 2022/23 insgesamt 80 Wölfe zu entnehmen, damit sich die Anzahl der Tiere langfristig auf einen tragbaren Wolfsbestand von rund 510 Wölfen einpegeln könne“, erklärte Hamann.

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