Wolf: Ein Drittel mehr Risse und weltweit dichtester Bestand

Die DBBW veröffentlicht die Zahlen der Wolfsrisse deutschlandweit. Brandenburg hat die höchste Risszahl.
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Brandenburg hat die höchste Wolfsdichte weltweit.
Brandenburg hat die höchste Wolfsdichte weltweit.

Wie die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) in ihrem aktuellen Bericht zu den wolfsverursachten Schäden, Präventions- und Ausgleichszahlungen in Deutschland 2021 vom 07. September bekannt gibt, sind die Wolfsübergriffe um 3,5 Prozent gestiegen. Spitzenreiter der Risszahlen ist Brandenburg. Dort stieg die Zahl der gerissenen Nutztiere zum Vorjahr um 35 Prozent an. Unter den insgesamt 1173 bestätigten Rissen sind erstmals auch 172 Rinder sowie Pferde, Hunde, Alpaka und Hühner. Mit über 900 bestätigten Wölfen hat Brandenburg die weltweit höchste Wolfsdichte.

Politik ist in der Pflicht

Der Präsident des Landesjagdverbandes Brandenburg, Dr. Dirk-Henner Wellershoff, äußerte sich in einer Pressemitteilung kritisch zur Wolfspolitik in Brandenburg: „Die neue und kürzlich in Kraft getretene Brandenburgische Wolfsverordnung ist technisch unsauber, bringt keine Rechtssicherheit für Jäger und wird das Problem keinesfalls lösen.“ Laut Wellershoff zeigen die aktuellen Zahlen, dass die Anzahl der für Brandenburg zulässigen Wölfe unter Akzeptanzgesichtspunkten definiert werden und die aktive Entnahme über eine Abschussquote ermöglicht werden müsse. Die Akzeptanz des Wolfes sei im ländlichen Raum nahezu verloren. Sowohl das Bundesnaturschutzgesetz wie auch die Vollzugsmöglichkeit in den einzelnen Bundesländern müsse verlässlich geregelt werden.

Tragbarer Wolfsbestand in Brandenburg

Das Aktionsbündnis Forum Natur (AFN) stellte bereits Ende Januar 2022 die 3. Auflage des Wolfsmanagementplans vor. Nach dem vorgestellten Modell müssen ab dem Wolfsjahr 2022/23 insgesamt 80 Wölfe entnommen werden, damit sich die Anzahl der grauen Räuber langfristig auf einen tragbaren Bestand von rund 510 Wölfen einpegeln könne.

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