Wild- und Rinderseuche ausgebrochen: Mehrere tote Damhirsche

In Mecklenburg-Vorpommern ist eine seltene Tierseuche ausgebrochen. Das Veterinäramt warnt vor der Krankheit.
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Damhirsch
Es wurden mehrere tote Damhirsche gefunden, die die Seuche aufwiesen. (Symbolbild)

Wie der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte (Mecklenburg-Vorpommern) bekannt gibt, wurde eine seltene Tierkrankheit im Landkreis verzeichnet. Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt bestätigt den Fund der sogenannten Wild- und Rinderseuche in der Nähe zur Ortslage Wokuhl-Dabelow amtlich. Der zuständige Revierförster hatte in dem Gebiet während Holzrückearbeiten mehrere verendete Damhirsche gefunden. Daraufhin verständigte er die Amtstierärzte.

Schneller Tod für Wildtiere

Die Pathologie des Landesamtes für Landwirtschaft in Rostock konnte das Bakterium Pasteurella multocida in den toten Wildtieren nachweisen. Dieses führt zu einer hochgradigen Brustfell- und Darmentzündung, welche einen schnellen Tod mit sich bringt. Schalenwild und Rinder sind für die Seuche empfänglich. Rinderhalter in der Gegend wurden vom Veterinäramt kontaktiert und müssen ihre Herden nun genau beobachten. Aufgefundene Kadaver von Wildtieren sollen dem Veterinäramt unter der Telefonnummer 0395/570873182 gemeldet werden.

Ansteckungsursprung unklar

Wo sich die Wildtiere angesteckt haben können, ist bislang unklar. Das Bakterium kann in der Umwelt allein nicht lange überleben. Gängige Desinfektionsmittel töten es innerhalb kurzer Zeit ab. Für Menschen ist die Erkrankung ungefährlich. Die Seuche kommt vor allem in Afrika und Asien vor. In Deutschland wurde die Tierseuche zuletzt 2017 in zwei Wildgehegen in Nordbayern nachgewiesen. Dort starben binnen weniger Tage mehrere Wildschweine und Wiederkäuer an dem Bakterium.

Seuchenübertragung durch Feuchtigkeit

Bei Hitze und einer hohen Luftfeuchtigkeit tritt die Erkrankung vor allem in den Sommermonaten auf. Übertragen wird das Bakterium häufig durch Wasserstellen, feuchte Erde und dem direkten Kontakt zwischen den Tieren. Dort kann der Erreger durchaus ein paar Tage überleben. 

Bei den Viehhaltern kann die Ausbreitung der Seuche mithilfe stallspezifischer Impfstoffe und geeigneter Antibiotika entgegengewirkt werden. Eine Behandlung bereits erkrankter Tiere ist meistens zu spät.

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