Tote Rehe im Kanal entsorgt: Waren es Wilderer?

In Niedersachsen entdeckte ein Jäger mehrere tote und aufgebrochene Rehe in einem Kanal. Und das nicht zum ersten Mal.
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Aus der Decke geschlagen und sauber aufgebrochen trieb das Reh unter der Brücke im Wasser.Foto: privat
Aus der Decke geschlagen und sauber aufgebrochen trieb das Reh unter der Brücke im Wasser.Foto: privat

In Holzbalge (LK Nienburg/ Niedersachsen) entdeckte der zuständige Revierpächter am Morgen des 20. Juli drei aufgebrochene Rehkadaver. Die Stücke trieben ohne Häupter und Läufe im Drakenburger Stichkanal, auf Höhe der Holzbalger Brücke. Um die Kadaver herum schwammen etwa 15 rote Wannen sowie zahlreiche Eimer. Da der Mann auf der Brücke einen Wildhaken fand, geht er davon aus, dass die Rehe samt dem Plastikmüll von der Brücke aus entsorgt wurden. „Wer macht sich die Arbeit und wuppt 15 Wannen samt den Rehen über die Brüstung und schmeißt sie ins Wasser? Und vor allem warum?“ fragt sich der Jäger. Die abseits gelegene Zuwegung ist nur für den landwirtschaftlichen Verkehr frei.

Nicht das erste Stück im Kanal

Auch mit Hinblick auf die rund zwei Kilometer entfernte Schleuse, wandte sich der Pächter zunächst an die Wasserschutzpolizei, dann an das Wasserschifffahrtsamt und schließlich an die Gemeinde; doch niemand fühlte sich für die Bergung zuständig. „Die kommen erst, wenn alles in der Schleuse hängt“, meint er.

Bereits am 8. Juli hatte der Waidmann ein verludertes Reh auf den Steinen unterhalb der Brücke gefunden. Aufgrund des Zustands war es augenscheinlich schon länger verendet. Das Schmalreh war aufgebrochen, Haupt, Decke und Läufe noch am Stück vorhanden.

Der Revierpächter geht von Wilderei aus und brachte beide Vorfälle zur Anzeige.

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