Tierarztbesuche werden teurer: Neue Gebührenordnung bald in Kraft

In wenigen Tagen tritt die neue Gebührenordnung in Kraft. Dann werden Behandlungen beim Tierarzt deutlich teurer.
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Tierarztbesuche werden ab dem 22. November teurer.
Tierarztbesuche werden ab dem 22. November teurer.

Ab dem 22. November müssen Tierhalter deutlich mehr für Tierarztbehandlungen bezahlen. Dann tritt die neue Gebührenordnung (GOT) in Kraft. Erstmals seit 1999 wurde die GOT umfassend geändert, um zu gewährleisten, dass sich auch neuere medizinische Verfahren in der GOT finden, berichtet die Bundestierärztekammer (BTK). Im Jahr 2007 sowie im Jahr 2017 hatte man die Gebühren jeweils um ebenfalls zwölf Prozent angehoben.

Erhöhung entspricht nicht mal Inflationsausgleich

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hatte daher 2020 eine Studie in Auftrag gegeben um zu bewerten, bei welchen Leistungen unbedingt Anpassungen notwendig sind. „Sollte Ihnen der Preis als nicht angemessen vorkommen, bitte ich Sie zu bedenken, dass die Höhe der aktuellen Anpassung noch nicht einmal dem Inflationsausgleich entspricht und dementsprechend äußerst maßvoll ist“, gibt die BTK weiter an. Zudem seien auch die Praxiskosten in den vergangenen Jahren enorm gestiegen.

Beispiele der neuen GOT

Besonders bei der Allgemeinuntersuchung mit Beratung sahen viele Tierärzte einen Nachbesserungsbedarf. Zahlten Hundbesitzer bei einfacher Abrechnung dafür bislang 13,47 Euro, sind ab Oktober 23,62 fällig. Auch eine Unterscheidung von Hund und, der bislang in der Abrechnung günstigeren, Katze entfällt dann. Impfungen schlagen dann mit 11,50 Euro statt 5,77 Euro (ohne Arzneimittel/ Material und Voruntersuchung) zu Buche.

Die einzelne Leistung kann mit einem Ein- bis Dreifachen, im Notdienst vom Zwei- bis Vierfachen des jeweiligen Gebührensatzes berechnet werden. Einer Unter- bzw. Überschreitung ist nach der neuen GOT grundsätzlich nicht mehr zulässig. Zusätzlich zu dne Leistungen können ggf. noch Kosten für Arzneimittel, Materialien, Laborleistungen, Wegegeld sowie natürlich noch die Umsatzsteuer hinzukommen.

Die BTK gibt den Hinweis, dass man sich schon vor einer Behandung die voraussichtlichen Kosten erläutern lassen soll. „Aber bedenken Sie bitte, dass Ihr Tier ein lebendes Individuum ist – ein Kostenvoranschlag wie bei einem Handwerker ist nicht möglich!“, so die BTK.

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