Schalldämpfer: keine Relevanz beim illegalen Waffenhandel

Eine kleine Anfrage von Die Linke liefert neue Erkenntnisse zu Schalldämpfern in Bezug auf den legalen sowie illegalen Verkauf.
Image
Wie von vielen Experten erwartet, tragen legale Schalldämpfer in Jägerhand nicht zur Gefährdung der öffentlichen Sicherheit bei.
Wie von vielen Experten erwartet, tragen legale Schalldämpfer in Jägerhand nicht zur Gefährdung der öffentlichen Sicherheit bei.

Am 21. Juni 2022 hatte die Bundestagsfraktion von der Partei Die Linke eine kleine Anfrage bei der Bundesregierung zum illegalen Verkauf von Schalldämpfern im Internet gestellt (Drucksache 20/2440). Der Anfrage vorausgegangen war ein Bericht von „Zeit Online“ unter dem Titel „Waffenhändler Amazon“ über den Verkauf von illegalen Schalldämpfern für Schusswaffen. Diese waren unter Begriffen wie „Kraftstofffilter“ oder „Turbo-Luftfilter“ auf der Handelsplattform angeboten worden. Die Fraktion wollte unter anderem wissen, welche Rolle der Verkauf von Schalldämpfern im Zusammenhang mit dem illegalen Waffenhandel in Deutschland und innerhalb der Europäischen Union spielen würde und wie viele Schalldämpfer laut Nationalem Waffenregister (NWR) seit Inkrafttreten der Neuregelung zum Gebrauch mit Jagdwaffen in Deutschland verkauft wurden.

Zahl registrierter Schalldämpfer mehr als verdoppelt

Nun liegt die Antwort der Bundesregierung vor. Seit Inkrafttreten der Waffengesetznovelle ist die Zahl der im NWR registrierten Schalldämpfer um mehr als 130% angestiegen. Am 31. August 2020 waren dort 85.159 Dämpfer registriert. Bis dahin hatte nur vereinzelte Bundesländer den Gebrauch der Schalldämpfer im Rahmen der Jagdausübung erlaubt. Mit Inkrafttreten des neuen Waffengesetzes am 1. September 2020 stiegen die Käufe bei Schalldämpfern rasant an. Am 31. Mai 2022 waren im NWR bereits 197.412 Geräte registriert. Damit besitzt im Durchschnitt jeder zweite Jäger einen Schalldämpfer.

Schalldämpfer bergen kein Risiko für die öffentliche Sicherheit

Anders als vorher von vielen Politikerinnen und Politikern befürchtet, spielen Schalldämpfer beim illegalen Waffenhandel aufgrund verhältnismäßig sehr geringer Sicherstellungszahlen „nur eine untergeordnete Rolle“. Deshalb „bildet der Verkauf von Schalldämpfern in Zusammenhang mit dem illegalen Waffenhandel in Deutschland und innerhalb der Europäischen Union keinen Arbeitsschwerpunkt bei der Bekämpfung der Waffenkriminalität.“ Dass legale Schalldämpfer in Sachen öffentliche Sicherheit kein Gefahrenpotential darstellen, unterstreicht zudem die jährliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts (BKA) und verschiedene kleine Anfragen Bundesländerebene, beispielsweise von Bündnis 90/Die Grünen im bayerischen Landtag. Hier wird regelmäßig ermittelt, dass legale Waffen, zu denen nach dem Waffengesetz auch Schalldämpfer als den „Langwaffen gleichgestellte Gegenstände“ gehören, kriminalstatistisch keine Relevanz besitzen.

Weitere Funktionen
Kommentieren Sie