Kinder auf der Jagd? Bürgermeister erntet Shitstorm

Wo Fleisch herkommt, wollten Kinder in Baden-Württemberg live erleben. Das Ende des noblen Ansinnen: Ein Shitstorm im Netz.
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Kinder auf der Jagd - eine stete Debatte.
Nachdem die beiden Kinder des Bürgermeisters Alexander Kozel (Grüne) eine Jagd begleiteten und ihr Vater davon ein Bild in den sozialen Medien hochlud, muss er sich einem Shitstorm stellen.

Den Weg vom Lebewesen zum Lebensmittel – für viele Jäger nach wie vor ein Faszinosum. Was auf der Jagd geschieht, ist aber auch für Nicht-Jäger interessant – beispielsweise Kinder. Ein Bürgermeister aus Baden-Württemberg kam dem Ansinnen seiner acht und zehnjährigen Kinder nach und nahm sie mit auf eine Gesellschaftsjagd. Die Aktion des Knittlinger Ortsoberhauptes nach der Jagd am 19. November brachte ihm dann einen deutschlandweiten Shitstorm ein.

Foto sorgte für Ärger

Der Zankapfel war ein Foto seiner Tochter, auf dem sie einen Teil eines Rehlaufs in die Kamera hielt. Das Internet – beziehungsweise die User – reagierten stante pede. Die „Badischen Neuesten Nachrichten“ schreiben in ihrem Artikel zu der Angelegenheit von über 200 Nutzern, die das Bild kommentierten. Der Tenor: Unverständnis.

Kinder auf der Jagd: Netz reagiert

Während die Knittlinger die jungen Jagdbegleiter gelassen aufnahmen, sorgten die Reaktionen aus dem Netz beim Bürgermeister Alexander Kozel (Grüne) für Kopfschütteln. Insbesondere die Heftigkeit der Kommentare überraschte ihn nach eigenen Angaben. Der Versuch sachlich zu argumentieren, sei fehlgeschlagen. Letztlich löschte er den Beitrag. Mit seinen Kindern habe er laut den „Badischen Neuesten Nachrichten“ über die Kommentare gesprochen, genauso wie über die Jagd – letzteres im Vorfeld. Gegenüber der Presse betont der Kommunalpolitiker, dass die Kinder aus eigenem Interesse mitgekommen seien. „Für uns als Eltern war das so in Ordnung“, kommentierte er den Sachverhalt.

Bürgermeister äußerte sich nochmals im Nachgang

Auf Facebook kommentierte er jüngst die Vorgänge: „Ich bin sehr froh, dass meine Kinder selbst lernen wollten, wo Fleisch wirklich herkommt und zwar nicht aus der Plastik-Packung im Supermarkt.“ Als Nichtjäger hält er das Waidwerk mit Blick auf die Ökologie, Forstwirtschaft und Landwirtschaft für eine sinnvolle Maßnahme. „Ich respektiere aber jeden, der eine andere Meinung hat“, betont der Bürgermeister.

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