Jagdstörung im Revier: Jäger darf Durchfahrt verbieten

Wird die Jagdausübung durch das Durchqueren gestört, darf ein Jäger das verbieten. Dies entschied nun das Landgericht in Coburg.
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Jäger dürfen die Durchfahrt durch das Jagdrevier in bestimmten Fällen untersagen.
Jäger dürfen die Durchfahrt durch das Jagdrevier in bestimmten Fällen untersagen.

Vor dem Landgericht Coburg (Bayern) hatte die Klage eines Jägers teilweise Erfolg. Wie das Gericht berichtet, beobachtete der Waidmann Ende 2021 den späteren Beklagten wiederholt dabei, wie dieser durch das Jagdrevier des Klägers mit einem Fahrzeug fuhr und dabei mehrere große Hütehunde freilaufen ließ. Der Jäger sprach den Mann daraufhin an und verlangte, dies zu unterlassen, da das Wild durch die Hunde verängstigt sei. Das Wild hätte zunehmend Stress und würde nicht mehr zum Äsen aus dem Wald austreten, wodurch zum einem mehr Verbissschäden im Wald entstehen würden und zum anderen könne der Kläger seinen Abschussplan nicht mehr erfüllen.

Gericht folgt im Wesentlichen dem Jäger

Der Beschuldigte sah dies jedoch nicht ein, sondern gab an, dass er seine Hunde vom Fahrzeug aus jederzeit unter Kontrolle habe und es erlaubt sei, im Wald Hunde spazieren zu führen. Zudem müsse er das Gebiet durchfahren, um seine benachbarte Landwirtschaft zu erreichen, gibt das Landgericht die Ausführungen des Beklagten wieder.

Das Gericht schlug sich im Wesentlichen auf die Seite des Jägers. Der Waidmann sei nicht verpflichtet, dass Verhalten zu dulden. „Denn der autofahrende Hundeführer könne sich nicht darauf berufen, dass jedermann Waldflächen betreten dürfe. Dies sei nur zum Zwecke der Erholung gestattet, und nicht, um das Jagdrevier lediglich zum Erreichen einer entfernteren landwirtschaftlichen Fläche zu nutzen“, so das Landgericht Coburg. Der Beklagte hätte die Flächen auch anders erreichen können.

Mann darf Hunde weiter frei laufen lassen

Dem Begehren des Jägers, dass der Mann auch seine Hunde im Wald nicht mehr frei laufen lassen darf, gab das Gericht jedoch nicht statt. „Ein verbotenes unbeaufsichtigtes Laufenlassen von Hunden in Jagdrevieren sei nicht schon dann gegeben, wenn sich das Tier ohne Leine bewege. Vielmehr müsse der Besitzer jedwede Einwirkungsmöglichkeit verloren haben. Das sei hier nicht der Fall gewesen, erklärt das Landgericht.

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