Immer mehr Jungjäger: Jagdschein wird immer beliebter

Jagd ist so attraktiv wie nie zuvor, immer mehr Menschen machen bundesweit den Jagdschein, die Gründe dafür sind zahlreich.
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23. Januar 2023
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Jäger mit Hund im Wald

Wird's allmählich voll in Feld und Flur? Derzeit haben 407.370 Menschen in Deutschland einen Jagdschein, Tendenz steigend. Das ist fast ein Drittel mehr als noch vor 30 Jahren (318.6798). Deutschlandweit ist der Spitzenreiter Nordrhein-Westfalen, hier leben 97.143 Menschen mit Jagdschein, danach folgen Niedersachsen mit knapp 60.000 Jägern und Jägerinnen und Baden-Württemberg mit 52.587.

Bei einem Blick auf die Einwohnerzahl befindet sich Mecklenburg-Vorpommern mit einem Wert von 8,6 Jägerinnen und Jägern auf Platz 1, danach Schleswig-Holstein (7,6) und Niedersachsen (7,5). Deutschlandweit bedeutet dies, dass in der Jagdsaison 2021/22 4,9 pro 1.000 Einwohner Jagdscheininhaber waren. Im europäischen Vergleich lässt sich Deutschland im Mittelfeld einordnen. Hier ist Norwegen der Spitzenreiter mit 94,3 Jägerinnen und Jägern pro 1.000 Einwohnern.

Deutschland im Europavergleich im Mittelbereich

Laut Jagdverband Mecklenburg-Vorpommern sind die Gründe, einen Jagdschein zu machen um die Themengebiete Artenschutz, Seuchenprävention, Vorbeugen von Wildschäden und Wildunfälle angesiedelt. Laut Tobias Rommel vom Landesjagdverband Baden-Württemberg wäre die Hinterfragung des Lebensmittelgewinns und die Besinnung auf regionale, ökologisch wertvolle Produkte ein Hauptgrund für den Jagdschein. Wildbret ist in dieser Hinsicht das ideale Lebensmittel, diesen Anforderungen gerecht zu werden. Ein weiterer Faktor ist laut Deutschem Jagdverband das intensive Erleben und Interagieren von und mit Natur.

Auch der Frauenanteil unter den Jägern steigt

Und: immer mehr Frauen machen ihren Jagdschein. Die Jagd ist damit längst keine reine Männerdomäne mehr. Etwa elf Prozent im Weidwerk sind inzwischen weiblich. Laut Deutschem Jagdverband sind in den derzeitigen Kursen sogar etwa 28 Prozent weiblich, auch hier ist die Tendenz steigend.

Corona hat dem Run aufs Grüne Abitur keinen Abbruch getan. Trotz erschwerter Bedingungen bleibt die Zahl der Prüflinge wohl vergleichbar zu den Jahren dafür. Im Gegenteil, zu Corona-Zeiten hätte bei vielen Menschen eine Rückbesinnung auf die Natur stattgefunden, was den Wunsch nach einem Jagdschein natürlich noch verstärkt hätte.

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