Fischsterben in der Oder: Anzeichen für Giftstoffe im Fluss

Seit einigen Tagen kommt es in der Oder zu einem rätselhaften Fischsterben. Untersuchungen deuten nun auf einen Giftstoff hin.
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In den vergangenen Tagen kam es in der Oder zu einem rätselhaften Fischsterben (Symbolbild).
In den vergangenen Tagen kam es in der Oder zu einem rätselhaften Fischsterben (Symbolbild).

Seit Tagen kommt es in der Oder in Brandenburg zu einem rästelhaften Fischsterben. Am 9. August hatte ein Schiffsführer sich beim Landesamt für Umwelt gemeldet und über zahlreiche tote Fische im Fluss berichtet. Nachdem der Grund anfangs Rätsel aufgab, scheinen Experten nun den Auslöser für das Fischsterben gefunden zu haben.

Gigantische Umweltkatastrophe

Wie das Umweltministerium in Brandenburg berichtet, zeichne sich ab, dass ein noch unbekannter, hoch toxischer Stoff  durch die Oder läuft. Die Auswirkungen auf das Ökosystem ließen auf synthetische chemische Stoffe, sehr wahrscheinlich auch mit toxischer Wirkung für Wirbeltiere schließen, so das Ministerium. Woher der Giftstoff stammt, sei aber derzeit noch unklar.

Die polnische Umweltschutzbehörde geht davon aus, dass der Gifteintrag aus der Industrie stammt. Mit Drohnenüberflüge versuche man derzeit potentielle Verschmutzungsquellen aufzuspüren, so die Leiterin der Umweltschutzbehörde gegenüber der „dpa“. In Polen seien bislang insgesamt zehn Tonnen verendeter Fische geborgen worden. Man habe es demnach mit einer „gigantischen und entsetzlichen Umweltkatastrophe zu tun“, so der Leiter der polnischen Wasserbehörde.

Meldeketten haben nicht funktioniert

Umweltminister Axel Vogel kritisiert die Zusammenarbeit mit den polnischen Behörden. „Man muss festhalten, dass die Meldeketten zwischen der polnischen und der deutschen Seite in diesem Fall nicht funktioniert haben“, so Vogel. Durch die polnischen Behörden sei keine Meldung erfolgt, wie sie im Alarm- und Meldeplan sowie im Havarieplan der Internationalen Kommission zum Schutz der Oder gegen Verunreinigung (IKSO) vorgesehen sei.

Derzeit werden die toten Fische geborgen, da sie Vögel und andere Tiere anlocken und diese möglicherweise auch verenden könnten. Die Bevölkerung wird zudem aufgerufen, nicht in Kontakt mit dem Wasser der Oder zu kommen und auch Hunde nicht in bzw. an das Wasser zu lassen.

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