Eine Fahrt mit Folgen: Aggressiver Jäger mit zwei Promille

Renitent, aggressiv und alkoholisiert: Die Polizei musste einen Jäger fesseln. Auf ihn kommt nun einiges zu.
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Schwere Folgen hat das Verhalten eines Jägers nach einer Trunkenheitsfahrt.
Schwere Folgen hat das Verhalten eines Jägers nach einer Trunkenheitsfahrt.

Großen Durst muss ein 56-jähriger Jäger bei Rostock gehabt haben, als die Polizei ihn am Freitag, 9. Dezember, kontrollierte. Der Alkoholtest ergab einen Wert von über zwei Promille. Bei der Kontrolle durch die Beamten verhielt sich der Jäger alles andere als kooperativ.

Zeugenhinweise führten zu Kontrolle

Ursache für die Kontrolle durch eine Polizeistreife waren Zeugenhinweise, wie das Polizeipräsidium Rostock der PIRSCH mitteilte. Der Jäger war gegen 15 Uhr in starken Schlangenlinien mit seinem Geländewagen unterwegs, was Zeugen veranlasste, einen Notruf abzusetzen.

Deutliche Spuren hinterlassen

Vor Ort war es für die Beamten keine große Schwierigkeit den Mann zu finden – die Spuren im Schnee und Matsch eines angrenzenden Ackers waren eindeutig: Der Jäger hatte sich festgefahren.

Jäger musste gefesselt werden

Gegenüber den Polizisten trat der Mann sehr aggressiv auf, wirkte stark alkoholisiert und hatte laut der Polizei eine Langwaffe griffbereit auf dem Rücksitz. Die Beamten zogen den Jäger daraufhin aus dem Wagen und fesselten den Waidmann. Trotz alldem verhielt sich der 56-Jährige weiterhin unkooperativ. Der Atemalkoholtest ergab dann einen Wert von über zwei Promille. Daraufhin erfolgte eine Blutprobenentnahme.

Waffen wurden eingezogen

„Wir wissen zum jetzigen Zeitpunkt nicht, ob der Mann von der Jagd kam, oder auf dem Weg zur Jagd war“, teilte ein Pressesprecher der Polizei der PIRSCH mit. „Die Angelegenheit ist nach wie vor Ermittlungsgegenstand. Unter anderem muss der 56-Jährige noch vernommen werden, alles weitere wird man dann sehen.“

Klar ist jedoch, dass der Jäger sich nun wegen Trunkenheit im Straßenverkehr, Widerstand gegen die Polizisten und dem Verstoß gegen das Waffengesetz verantworten muss. Nach Rücksprache mit einer Richterin wurden alle auf den Jäger registrierten Waffen durch Polizisten sichergestellt und zur Prüfung dem Landkreis Rostock übersandt.

Kommentar: Alkohol und Jagd gehören nicht zusammen!

Dass wir im Jahr 2022 noch immer über ein solches Verhalten berichten müssen, macht mich wütend. Abgesehen von der Tatsache, dass man mit über 2 Promille nichts, aber auch rein gar nichts hinterm Steuer verloren hat, verstehe ich nicht, warum man der Jägerschaft mit so etwas auch noch einen solchen Bärendienst erweisen muss. Ist das Bild des trinkwütigen (Alt-)jägers nicht schon in genug Köpfen verankert? Müssen wir unseren Ruf durch so etwas noch weiter schaden? Seit Jahren gilt während der Jagd die 0,00 Promillegrenze und darüber gibt es nichts zu diskutieren. Wer nach erfolgreicher Jagd ein oder auch mehr Bier trinken will, der soll das gerne tun. Aber nur wenn die Waffen sicher und ordnungsgemäß verstaut sind.

Und nein, einen solchen Vorfall sollte man nicht verschweigen, sondern sich klar von solchen "Nestbeschmutzern" distanzieren. Für die Zukunft der Jagd! Kathrin Führes

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