In eigener Sache: Unsere Berichterstattung zum BJV - Ein Kommentar

Der Bayerische Jagdverband steht in der Kritik. Wir zeigen ein Bild über Fakten, Behauptungen und den Wert der freie Presse auf.
BJv-Fahne

Es ist noch gar nicht lange her, als der Begriff „Lügenpresse“ durch die Medien geisterte. Der Vorwurf: einseitige Berichterstattung. Solche Anschuldigungen schadeten Medienanstalten nachhaltig. Umso wichtiger ist es daher, sich von solchen Vorwürfen freizumachen.

Die PIRSCH verfolgt stets das Ziel einer ausgewogenen, neutralen Berichterstattung. Natürlich legen wir unsere Finger in Wunden, sprechen auch unangenehme Dinge an und berichten über etwaige Missstände – immer unter Wahrung des Pressekodex und der Objektivität. So auch geschehen bei der Berichterstattung um den Bayerischen Jagdverband.

Die Chance zu einer umfangreichen Stellungnahme konnte oder wollte man nicht annehmen

Umfangreiche Recherche und zahlreiche Gespräche mit den unterschiedlichsten Zeugen, brachten uns zu einem weitfassenden Fragenkatalog, den wir schlussendlich dem BJV am 7. November mit der Bitte um Beantwortung bis zum Nachmittag des 11. Novembers vorlegten. Auf diese Anfrage antwortete der Verband unvollständig und verwies entweder auf bestehende, aber für den gefragten Zusammenhang irrelevante Pressemitteilungen oder die Pressekonferenz vom 15. November. Die Chance zu einer vollumfänglichen Stellungnahme – die Vorwürfe wiegen zum Teil sehr schwer – konnte oder wollte man nicht annehmen.

Einen anderen Weg als die PIRSCH hingegen scheint das JÄGER-Magazin derzeit einzuschlagen. Nicht nur, dass man sich auf den Internationalen Jagd- und Schützentagen 2022 in Grünau mit dem Bayerischen Jagdverband einen Stand geteilt hatte – und weitere Kooperationen anstrebe. Auch wirken festangestellte Mitarbeiter des Bayerischen Jagdverbands beim JÄGER als Autoren mit. So z.B. die Leiterin des Referats II – Kommunikation- und Öffentlichkeitsarbeit, Isabel Koch, die im JÄGER-Ausgabe 10 auch entsprechend vorgestellt wurde.

Eben jenes JÄGER-Magazin verbreitete heute ebenfalls eine Meldung, bei der aufgrund der genannten Verbindungen eine unabhängige Berichterstattung in Frage gestellt werden kann. Der journalistische Grundsatz „Trennung von Werbung und Redaktion“, der besagt, dass Veröffentlichungen, die ein Eigeninteresse des Verlages betreffen, müssen erkennbar sein, gilt offenbar nicht für jeden.

Schlag ins Gesicht der freien Presse

Aber nehmen wir die „journalistische Berichterstattung“ unserer Kollegen des JÄGER mal etwas genauer unter die Lupe: So wird beispielsweise zu den Kündigungen beim BJV gesagt, dass „Weidenbusch das Ausscheiden aller neun betroffenen Personen schlüssig begründen“ konnte. Natürlich führt man auch die Gründe an, jedoch wird der zweimalig genannte Kündigungsgrund „Unzufriedenheit mit dem Arbeitsklima“ nicht aufgeführt. Vergessen oder bewusst nicht erwähnt?

Geradezu als ein Schlag ins Gesicht der freien Presse liest sich aber der Schlusssatz: „Mit der gestrigen Pressekonferenz lieferte Ernst Weidenbusch für den BJV die Antwort auf zahlreiche Fragen und entkräftete die etwas vagen Vorwürfe und Mutmaßungen, in denen sich mehrere Vertreter anderer Jagdmagazine in journalistisch unsachlicher Manier im Vorfeld ergangen hatten.“ Der Vorwurf der Unsachlichkeit ist dabei auf uns gerichtet, die PIRSCH. Warum? Weil wir unsere Arbeit ernst nehmen und Fragen stellen. Fragen, deren Antworten Licht ins Dunkel zwischen den zerstrittenen Parteien bringen sollen und die man uns trotz wiederholter Nachfrage bis zur Pressekonferenz nicht vollumfänglich beantwortet hat. Da uns saubere Arbeit und Objektivität wichtig ist, hängen wir sowohl den Fragen- als auch Antworten-Katalog hier an.

Ein Kommentar von Martin Weber, Kathrin Führes und Johannes Schlereth (BJV-Mitglieder)

+++ Update vom 17.11.2022 +++

Auf Wunsch, ergänzen wir gerne die Fragen an BJV-Präsidiumsmitglieder, welche auch an die BJV-Geschäftsstelle gingen.

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