„Drei Schüsse“: Toter Wolf wurde doch nicht geschossen

Ein toter Wolf sorgte im Oktober in Niedersachsen für Aufsehen. Nun kommt raus: Er wurde doch nicht wie angenommen geschossen.
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Der Wolf wurde doch nicht illegal geschossen, sondern wohl von Artgenossen totgebissen (Symbolbild).
Der Wolf wurde doch nicht illegal geschossen, sondern wohl von Artgenossen totgebissen (Symbolbild).

Der Fall sorgte landesweit für Schlagzeilen: Im Oktober fand ein Jagdpächter bei Beverstedt (Niedersachsen) einen toten Wolf und informierte das zuständige Naturschutzamt. Kurz darauf gab der Landkreis die Mitteilung raus, dass ein Wolfsberater und die Polizei vor Ort gewesen seien und der Wolf „offenkundig illegal geschossen“ worden sei. Medien berichteten von drei Schüssen, angeblich in unterschiedlichen Kalibern. Der Wolf wurde sichergestellt und zur weiteren Untersuchung zum Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung nach Berlin gebracht.

2.000 Euro Belohnung für Ergreifung des Täters

Wolfsschützer hatten daraufhin zur Jagd auf den mutmaßlichen Schützen geblasen. „Das Unrechtsbewusstsein in einem bestimmten Teil der Bevölkerung, der Waffen besitzen darf, verschwindet. Selbstjustiz wird als Kavaliersdelikt angesehen“, äußerte sich etwa die Vorsitzende von Wolfsschutz-Deutschland e.V.. Von einer „regelrechten Hinrichtung“ sprachen die selbsternannten Wolfsschützer und dass man es nun auf die „illegale Tour“ versuchen würde, nachdem eine Ausnahmegenehmigung gescheitert war. Man stellte Strafanzeige und setzte eine Belohnung von 2.000 Euro für die Ergreifung des Täters aus.

Nun gibt jedoch eine spektakuläre Wende: Den Täter für die Tötung zu belangen, könnte schwierig werden. Denn der Wolf wurde nicht wie bislang angenommen geschossen, sondern totgebissen. Nach erster Einschätzung der Expertin handelt es sich bei den vorgefundenen Verletzungen ausschließlich um Bisswunden“, zitiert „buten un binnen“ das Niedersächsische Umweltministerium. Vermutlich habe ein Artgenossen den Rüden attackiert.

Ähnlicher Fall bereits Anfang des Jahres

Bereits Anfang des Jahres gab es im Landkreis Uelzen einen ähnlichen Fall. An Silvester hatte man einen toten Wolf auf einem Acker in der Gemeinde Eimke gefunden. Die Polizeiinspektion Lüneburg hatte damals mitgeteilt, dass „das tote Tier augenscheinlich zwei Verletzungen aufwies, die auf Schüsse hindeuten“. Doch auch in diesem Fall musste man damals schon nach wenigen Tagen zurückrudern. Auch der Wolf sei damals nicht durch Schussverletzungen, sondern durch Bisse von Artgenossen getötet worden.

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