Demo gegen Trophäenjagd: Delegation aus Botswana sucht Gespräch

Auf der Dortmunder Messe entbrannte Streit um Trophäen- und Fuchsjagd. Jagdgegner von PETA protestiert vor den Messehallen der Jagd & Hund in Dortmund.
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25. Januar 2023
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Zwei Männer schütteln sich die Hände
Der PETA Teilnehmer und die Delegation aus Botswana konnten ein offenes Gespräch führen.

Bereits im Vorfeld der Jagd & Hund hatte Peta eine „Blutige Aktion“ als Protest gegen die Jagdmesse angekündigt. Mit einem Aktivisten „im Trophäenjäger-Kostüm“, der über eine Jagdstrecke posiert, wollten die Tierrechtler dafür sorgen, Europas größte Jagdmesse aus den Messehallen in Dortmund zu verbannen. Neben einem Verbot der Fuchsjagd fordern die Aktivisten auch ein Importverbot von Jagdtrophäen. Am Eröffnungstag der Messe erschien zum angekündigten Startzeitpunkt der Demonstration, um 09:15 Uhr, allerdings nur ein Teilnehmer, ausgestattet mit Kostümen und Kisten. 

PETA Demonstration wurde abgesagt, weil ein offenes Gespräch mit der Delegation aus Botswana möglich war

Vertreter der botswanischen Regierung und des Community Leaders Network, einem Zusammenschluss der Lokalbevölkerung aus neun Staaten des südlichen Afrika, haben sich dem Jagdgegner gestellt und die Bedeutung der Trophäenjagd erläutert. Das Gespräch zwischen dem PETA Aktivisten und der Delegation aus Botswana lief auf einer sachlichen Ebene ab. 2019 hatte Botswana ein fünfjähriges Jagdverbot aufgehoben, unter anderem waren verstärkte Mensch-Tier-Konflikte vor Ort, insbesondere mit Elefanten, der Verlust von Arbeitsplätzen für Menschen, die in der Jagdbranche tätig waren und nicht vom Fototourismus leben konnten, ausschlaggebend für die Regierungsentscheidung.

Die Delegation aus Botswana hat angegeben, dass das Land dem CIC beitreten möchte.
Die Delegation aus Botswana hat angegeben, dass das Land dem CIC beitreten möchte.

Die Jagdbranche ist eine wichtige Einnahmequelle für die Lokalbevölkerung

„Fototourismus und Jagd sind von essentieller Bedeutung für unser Land und ergänzen sich gegenseitig. Jagdgäste sorgen für Einnahmen in Regionen Botswanas, die aufgrund fehlender Infrastruktur oder mangels Fotomotiven, wie Landschaft oder wilden Tieren, nicht vom Fototourismus profitieren können. Dies geschieht streng reguliert, genau wie in Deutschland“, gibt die Botschafterin Botswanas, Mmasekgoa Masire-Mwamba an.

Hinzu kommt, dass die Einnahmen, die durch Jagdtourismus generiert werden, direkt in den Conservation Trust Fund fließen, aus dem gemeindebasierte Projekte finanziert werde. Die Jagd ist somit eine essenzielle Einnahmequelle für die Lokalbevölkerung. Laut Dr. Rodgers Lubilo, Vertreter des CLN und einer Vielzahl an ländlich lebender Afrikaner, stellt die „Regierung die Menschen in den Mittelpunkt aller Artenschutzmaßnahmen.“

Botswana bald im CIC?

Um dem eigenen Standpunkt Nachdruck zu verleihen, kündigt Dr. Kabelo Senyatso, der stellvertretende Staatssekretär und Director Wildlife and Nationalparks im Umweltministerium Botswana an, dass Botswana dem Internationalen Rat zur Erhaltung der Jagd und des Wildes (CIC) beitreten möchte. Er gibt weiter an „Botswana ist zurück als Jagdland“.

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