CDU/ CSU-Antrag: Kommt die Bejagung von Wölfen in Deutschland?

Der Umweltausschuss hat sich gestern mit einem Antrag zur Bejagung von Wölfen beschäftigt. Das Thema stieß dabei auf Widerstand.
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In einer Anhörung haben sich Experten mit dem Thema Wolf befasst.
In einer Anhörung haben sich Experten mit dem Thema Wolf befasst.

Die Fraktion der CDU/ CSU fordert mit einem Antrag die Bundesregierung auf, beim Thema Wolf zu handeln. So soll der Erhaltungszustand des Wolfes unverzüglich definiert und ein effektives Wolfsbestandsmanagement nach dem Vorbild von Schweden eingeführt, fordert die Fraktion. Dies würde auch die rechtssichere Entnahme von Wölfen im Rahmen des Bestandesmanagement bedeuten. Zu einer einfacheren Handhabung muss dafür der administrative Aufwand für Entnahmen abgesenkt werden, heißt es weiter. Auch die Aufnahme in die Liste der jagdbaren Arten sollte für Gesamtdeutschland erfolgen.

Jährliche Zuwachsraten beim Wolf von über 30%

Wie auch in bereits zuvor ähnlich geführten Debatten waren die von den Parteien unterschiedlicher Auffassung. Mitarbeiter vom Lupus Institut und Senckenberg Forschungsinstitut machten sich weiterhin für einen verbesserten Herdenschutz als weitere Vorgehensweise stark, da dies am besten geeignet sei, um Wolfsrisse zu reduzieren. Erwartungsgemäß sahen das die Vertreter der betroffenen Schafhalter-Verbände anders. Ein Herdenschutz sei in vielen Fällen nachweislich weder technisch umsetzbar noch wirtschaftlich möglich – der Abschuss die einzige Alternative. Mit jährlichen Zuwachsraten von über 30% dürfe eine Entnahme bei Wölfen auch gar nicht zur Diskussionen führen – so Stefan Völl von der Vereinigung der Deutschen Landesschafzuchtverbände.

Rotwildfreie Gebiete führen zu mehr Nutztierrisse

Dass es neben der Diskussion um die Entnahme von Wölfen einen weiteren blinden Punkt im derzeitigen Wolfsmanagement gebe, wies Prof. Dr. Dr. Sven Herzog von der Universität Dresden hin. Man müsse sich mit dem Mangel an Wild- und Beutetiere befassen, so der Professor für Wildökologie und Jagdwirtschaft. Die Rotwildfreien Gebiete würden dazu führen, dass sich Wölfe zunehmend Herden- und Nutztiere als Beute suchen würden.

Erhaltungszustand gilt immer noch als „ungünstig bis schlecht“

Das eine Entnahme durchaus durch das EU-Recht gedeckt sei, wurde vom Rechtsexperten Prof. Dr. Michael Brenner bestätigt. Grundlage sei dafür der günstige Erhaltungszustand. Dieser müsse nicht nur national, sondern auch regional ermittelt und auf beiden Ebenen gesichert werden. Dazu bedarf es aber zunähst einer Definition, was ein „günstiger Erhaltungszustand“ ist. Nach wie vor gilt der Erhaltungszustand des Wolfs, trotz des enormen Zuwachses der vergangenen Jahre, als „ungünstig bis schlecht“.

Nach Ansicht von Prof. Herzog würde es in Deutschland keine eigene Population geben die eine solche Definition des „günstigen Erhaltungszustands“ bedarf, da die Wölfe in Deutschland Teil der osteuropäischen Population seien, die sich gen Westen ausbreiten würde und rund 19.000 Tiere umfasst.

Neben Festlegung des günstigen Erhaltungszustandes müsste Deutschland auch dafür sorgen, dass dieser nicht durch Entnahmen gefährdet werde, um den Vorgaben des EU-Rechts zu entsprechen, so der Rechtsexperte. Dazu sei nach Ansicht des Rechtsexperten aus Orierentierungsgröße ein Akzeptanzbestand sinnvoll. Genaue Zahlen nannte er jedoch nicht.

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