ASP: Weiterhin keine Schonzeit für Schwarzwild geplant

Um die Ausbreitung der ASP in Nordrhein-Westfalen effektiv zu unterbinden, ist laut Landwirtschaftsministerium eine regulierende Schwarzwildbejagung notwendig.
|
25. Januar 2023
Jetzt einen Kommentar verfassen
Image
Ein Keiler steht im Schnee
Die Aufhebung der Schonzeit für Schwarzwild soll bis Ende 2028 verlängert werden (Symbolbild).

Das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz (MLV) plant für weitere fünf Jahre, also bis Ende 2028, eine verstärkte Bejagung von Schwarzwild, um ein kontrolliert-regulierendes Populationsmanagement zu gewährleisten. Sollte der Landtag NRW diesem Unterfangen zustimmen, wird in Kürze die Landesjagdzeitenverordnung dementsprechend angepasst. Bei der ganzjährigen Jagd ist selbstverständlich der Muttertierschutz zu beachten.

Schwarzwildmanagement als ASP Prävention

Das Ministerium sieht die intensive Bejagung von Schwarzwild und damit die aktive Kontrolle der Population als wesentliches Instrument bei der Tierseuchenbekämpfung. Konkret geht es hier um die Vermeidung der Ausbreitung Afrikanischer Schweinepest (ASP). Silke Gorißen vom Landwirtschaftsministerium gibt an: „Diese Tierseuche kann nur durch gemeinsame Vorsorge eingedämmt werden und wir müssen im Kampf gegen die Schweinepest gut aufgestellt sein. Um die Jägerinnen und Jäger bei ihrem Einsatz zu unterstützen, übernimmt das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz weiterhin die Gebühren für die Trichinenuntersuchungen.

Landesseitig haben wir mit der Wildtierseuchen-Vorsorge-Gesellschaft und weiteren Maßnahmen beim Landesforst damit eine gute Vorbereitung getroffen, um im Ernstfall schnell und gezielt zu handeln.“

ASP bleibt weiterhin eine Gefahr

Grundlage für den Beschluss der fortgeführten Schonzeitenaufhebung für Schwarzwild ist eine Datenanalyse der Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung des Landesamtes für Natur, Umwelt- und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV). Die Analyse stützt sich auf die Jagdstreckenstatistik, worin sich insbesondere im letzten Jagdjahr eine hohe Zuwachsdynamik bei Schwarzwild abzeichnet.

Die veränderten klimatischen Bedingungen, wie zum Beispiel milde Winter, wirken sich begünstigend auf die Schwarzwildpopulation aus. Im Jagdjahr 21/22 stieg die Jagdstrecke bei Schwarzwild im Vergleich zum Vorjahr um 45 Prozent an, also auf rund 49.566 Stück. Das Ergebnis der Datenanalyse lautet konkret, dass die ganzjährige Aufhebung der Schonzeit im Jahr 2019 nicht zu wesentlichen in der Strecke erkennbaren Problemen geführt hat und damit ein wirksames präventives Instrument der ASP-Vorsorge sein kann.

Weitere Funktionen
Kommentieren Sie