ASP-Kerngebiet aufgehoben: Das sind die Folgen für die Jäger

Seit langem hat es keinen ASP-Fall mehr in einem sächsischen Landkreis gegeben. Die Reaktion der Politik hat Folgen für Jäger.
Im Landkreis Meißen hoben die Behörden die ASP-Kernzone auf.
Im Landkreis Meißen hoben die Behörden die ASP-Kernzone auf.

In Sachsen hat Staatssekretär Sebastian Vogel, Leiter des ASP-Krisenstabs, Grund zum Feiern. Im Landkreis Meißen hob er das zur Bekämpfung der ASP festgelegte Kerngebiet auf. Das geht aus einer Pressemitteilung Vogels hervor. Seit Mai 2022 gab es dort keinen ASP-Fund mehr, der amtsbekannt ist. Mit der Aufhebung dieser Zone entfallen auch die strengen Regeln für Landwirtschaft und Öffentlichkeit. Die Nutzung der im Kerngebiet gelegenen land- und forstwirtschaftlichen Flächen ist wieder ohne Genehmigung zugelassen. Und: Für die Jagd gibt es ebenfalls Neuigkeiten.

ASP-Zonen-Aus: Das gilt jetzt für die Jagd

Das aufgelöste Gebiet umfasst Teile der Gemeinden Ebersbach, Lampertswalde, Radeburg, Schönfeld und Thiendorf im Landkreis Meißen sowie die Gemeinde Laußnitz im Landkreis Bautzen. Die Fläche bleibt Bestandteil des Sperrgebiets II. Dort ist die Jagd auf alle Arten von Wild, auch auf Wildschweine, zwar wieder erlaubt, der Einsatz von Jagdhunden zum Stöbern sowie von Jagdhelfern ist aber nur erlaubt, wenn dies mindestens zwei Werktage vor der Jagd gemeldet wird. Sauen sollen scharf bejagt werden. Auch deshalb sind Jagdausübungsberechtigte in ihren Revieren zur Ausübung der Jagd und zur Mitwirkung bei der Fallwildsuche verpflichtet und haben diese zu dulden, wenn sie von Dritten auf behördliche Anordnung durchgeführt wird. Erlegtes Schwarzwild darf mit Genehmigung des örtlich zuständigen Landratsamtes nur im häuslichen Umfeld verwertet werden.

Das ist noch verboten:

Für erlegtes Schwarzwild sowie dessen Beprobung wird für den Fall der unschädlichen Beseitigung eine Aufwandsentschädigung von 150 Euro gezahlt. Hunde und Gegenstände, die bei der Jagd oder Fallwildsuche verwendet werden, sind entsprechend zu reinigen und zu desinfizieren. Auslauf- und Freilandhaltung von Hausschweinen im gefährdeten Gebiet sowie das Verbringen von Wildschweinen, Hausschweinen und Schweineprodukten sind verboten. Das örtlich zuständige Landratsamt kann nach den Vorgaben der EU-rechtlichen Vorschriften Ausnahmen genehmigen. Gleiches gilt für frisches Schweinefleisch oder Schweinefleischerzeugnisse sowie tierische Nebenprodukte und Folgeprodukte. Des Weiteren Zuchtmaterial, wenn diese Produkte von Schweinen gewonnen worden , die in einem Betrieb gehalten worden sind, der im gefährdeten Gebiet gelegen ist. Für die Allgemeinheit wird Leinenzwang bei der Mitführung von Hunden angeordnet. Allgemeine Beschränkungen für Land- und Forstwirtschaft bestehen nicht. Sie können im Einzelfall aber erlassen werden. Die errichteten Zäune bleiben ebenfalls bestehen. Damit will man den Bewegungsradius des Wildes einschränken.

Politik spricht vom Teilerfolg

Für Vogel stellt die Aufhebung des Gebietsstatus einen weiteren Teilerfolg im Kampf gegen die ASP dar. „Seit Sommer letzten Jahres mussten wir die Sperrzonen nicht entscheidend vergrößern, nun haben wir ein Gebiet, in dem seit Monaten kein ASP-Fall mehr festgestellt wurde. Dies zeigt, dass unsere Maßnahmen wirken. Wenn demnächst die Schutzkorridore um das Restriktionsgebiet komplett fertiggestellt sein werden, hilft uns das, die Tierseuche auf das jetzige Gebiet zu begrenzen und zu tilgen. Doch das bleibt eine langwierige Aufgabe“, wird der Chef des sächsischen ASP-Krisenstabs in der Pressemitteilung zitiert.

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