Hund durch Erdkröte vergiftet? – Frag den Tierarzt

Ich habe gehört, dass Hunde nach Kontakt mit Erdkröten gestorben sind, da diese giftige Sekrete absondern können. Stimmt das?
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Vorsicht: Der Hund könnte sich ernsthaft vergiften, sofort abrufen!

Erdkröten wie auch Feuersalamander tragen Giftdrüsen, die bei Hunden und Katzen Vergiftungserscheinungen auslösen können. In seltenen Fällen können Hunde nach einem Kontakt oder Aufnahme dieser Amphibien verenden. Besonders junge, neugierige Hunde sind gefährdet, mit Kröten zu „spielen“ oder sie sogar zu fressen. Die Giftstoffe der Kröten sind auch für Menschen schädlich, sie sollten daher nur mit Handschuhen angefasst werden.

Erdkröten zählen zu den häufigsten heimischen Amphibien. Sie leben überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv in Mischwäldern, Streuobstwiesen und parkähnlichen Landschaften, aber auch in Gärten – und damit oft in unmittelbarer Nähe zu Hunden. In Massenwanderungen begeben sie sich im Frühjahr zu den Laichgewässern.

So fallen die Vergiftungen aus:

Zur Abwehr von Fressfeinden besitzen Kröten Hautdrüsen, die Gifte produzieren und auch einen gewissen Hautschutz vor bakteriellen Infektionen bieten. Besonders große Giftdrüsen befinden sich hinter den Augen am Übergang vom Kopf zum Hals. Die Gifte (Bufadienolide, Bufotenine oder einige biogene Amine) führen bei Fressfeinden selbst nach kurzen Kontakten zu unterschiedlichen Symptomen. Vergiftungserscheinungen sind Reiben der Schnauze am Boden, starkes Speicheln, Schleimhautschwellung evtl. mit Bildung von Bläschen oder Pusteln, Atembeschwerden, Schaumbildung im Fang sowie gerötete oder tränende Augen. Daneben können Bewegungsstörungen, Ängstlichkeit oder Ruhelosigkeit, Muskelkrämpfe und Kreislaufbeschwerden sowie Herzrhythmusstörungen auftreten.

Hund bei Kontakt sofort abrufen und versorgen

Als Sofortmaßnahme bei einem Vergiftungsverdacht mit Krötengift sollten Sie Fang und Schnauze mit viel Wasser abwaschen. Den Hund in ein kühles Zimmer bringen. Bei schwereren Symptomen sollte umgehend ein Tierarzt hinzugezogen werden. Hat der Hund in eine Kröte gebissen oder diese sogar geschluckt, droht ein anaphylaktischer Schock. Insgesamt sind Vergiftungen von Hunden im Zusammenhang mit Erdkröten oder Feuersalamandern jedoch selten. Vorbeugend könnten zumindest zur Krötenwanderzeit bekannte Routen beim Spaziergang gemieden und Hunde bei Kontakten mit Kröten sofort abgerufen werden.

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