Hart aber fair

Sie gilt als eine der anspruchsvollsten Prüfungen für junge Bracken – die Anlagenprüfung des Vereins Dachsbracke. Anfang September fand im Landkreis Erding eine dieser Herausforderungen für Junghund und Führer statt. Insgesamt traten fünf Gespanne der Landesgruppe Bayern an.
Gruppenfoto mit dem 1. Vorsitzenden Ekkehard Stockinger (4.v.r.) und Landesobmann Peter Fickentscher (1.v.l.). Foto: Verein Dachsbracke e.V.
Erhielten einen Ersten Preis: Manfred Andraschko mit "Afra vom Hoisler". Foto: BS
Erhielten einen Ersten Preis: Manfred Andraschko mit "Afra vom Hoisler". Foto: BS
Zu Beginn beurteilen die Richter "Art der Suche", "Halten der Spur" und "Spurlaut", drei von vier Prüfungsfächern. Hierbei gilt: je länger und kräftiger der Laut, desto besser. Um die Bestnote 4 zu erlangen, muss der Hund mindestens 15 Minuten Fuchs oder Hase jagen eine gefühlte Ewigkeit. Für die Zuchttauglichkeit bedarf es im Fach "Art der Suche" die Note 2 (Gut) und ein "Sehr Gut" (Note 3) in den Fächern "Halten der Spur" und "Spurlaut". Mit einem Funkgerät "bewaffnet", wartet der erfahrene Leistungsrichter Josef Scheichenzuber mit seinen 25 Jahren Zuchterfahrung zählt er zu den "alten Hasen" im Verein am Rande einer Waldabteilung auf das Geläut der Hunde. Einer der Richter muss bestätigen, ob der Hund Hase oder Fuchs jagt, denn Schalenwild wird hierbei nicht bewertet. Daher prüft der Verein auch gerne auf Flächen der Bayerischen Staatsforsten. Hier sei die Rehwilddichte nicht so hoch, erklärt der stellvertretende Landesobmann Andreas Rauch. Auf die kritische Anmerkung, warum der Verein in der heutigen Zeit noch so viel Wert auf die Hasenspur legt, wobei der größte Teil der Hunde später bei Stöberjagden auf Schalenwild eingesetzt wird, antwortet Scheichenzuber: "Ganz einfach. Wenn ein Hund so lange die Hasenspur halten will, dann hält er jede andere Fährte umso besser."
Kann der erste Prüfungsteil schon einmal eine ganze Weile dauern abhängig vom Hasenfinden und Dauer des Spurhaltens ist der nächste Teil deutlich kürzer. Er besteht aus der "Schussfestigkeit". Will der Hundeführer mit seinem Vierbeiner züchten, muss er beim erst genannten die Note 2 (Gut) erreichen. Der Hund sucht frei in einem lichten Bestand und plötzlich fällt der Schuss. Zwar darf sich der Hund "überraschen" lassen, doch soll er sich im direkten Anschluss wieder vom Führer lösen und weiter suchen, um das Prädikat "schussfest" zu erlangen, was gleichzeitig ein Indiz für die Wesensfestigkeit ist.
"Afra vom Hoisler" mit ihrem Führer Manfred Andraschko zeigte die besten Ergebnisse und erreichte mit ihren Leistungen einen Ersten Preis. Auch Landesobmann Peter Fickentscher zeigte sich am Ende des Tages zufrieden. Die Leistungsprüfer und Hundeführer haben wieder gute Arbeit geleistet. Die nächste Hürde zum brauchbaren und zuchttauglichen Jagdhelfer für die jungen Hunde ist die Gebrauchsprüfung. Ob die Gespanne den hohen Ansprüchen der Richter gerecht werden? Wir werden es sehen...
BS

Hier finden Sie einen kurzen Filmbeitrag zu der Prüfung.



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