Blaualgen-Vergiftung beim Hund erkennen: Gefahr im Sommer

Immer wieder kommt es zu tödlichen Vorfällen nach der Wasserarbeit bei Hunden. Doch wie erkennt man einen Blaualgen-Befall?
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Bei der Wasserarbeit sollte man Vorsicht walten lassen.

Blaualgen-Alarm! Diese Meldung hört man im Sommer immer wieder. Doch was sind Blaualgen und warum sind sie nicht nur für Menschen, sondern auch für unsere Hunde gefährlich?

Blaualgen kommen in jedem Gewässer vor

Grundsätzlich kommen Blaualgen, sogenannte Cyanobakterien, in geringen Mengen in jedem Gewässer vor. Jedoch sind sie in normaler Konzentration ungefährlich. Problematisch wird es, wenn sie sich massenhaft vermehren und dadurch die Wasserqualität einschränken. Ein hoher Phosphor- und Stickstoff-Gehalt sowie steigende Temperaturen können das Blaualgen-Wachstum siginifikant steigern. Auch einen wechselnden Lichteinfall mögen die Blaualgen.

Vergiftung tritt meist nach 30 Minuten auf

Kommt in einem Gewässer eine hohe Blaualgen-Konzentration vor, kann es für Hunde gefährlich werden. Besonders Hunde, die gerne Schwimmen und dabei Wasser schlucken, sind von einer Blaualgenvergiftung betroffen. Aber auch das Kauen von angeschwemmten Blaualgenteilen, verunreinigten Steinen oder Algenmatten kann zu einer Vergiftung führen.

Symptome für eine Blaualgen-Vergiftung

Eine Vergiftung tritt meist nach 30 Minuten auf. Meist kommt es zunächst zu unspezifischen Symptomen wie Speicheln, Erbrechen, hellen Schleimhäuten, Gelbsucht oder Durchfall. Die Vergiftung schreitet dann meist sehr zügig voran, wodurch es zu Atemnot, Krämpfen, Fieber, Bewusstseinsverlust und letztendlich zum Tode kommen kann.

Erste-Hilfe bei Verdacht

Besteht der Verdacht einer Vergiftung, sollte umgehend ein Tierarzt oder eine Tierklinik als Notfall aufgesucht werden. Als Erste-Hilfe-Maßnahme bietet sich die Gabe von Aktivkohle an. Dabei wird eine Gabe von 1 bis 5 g Aktivkohle pro kg Körpergewicht, also 10 - 50 g für einen 10 kg Hund bei einer Blaualgenvergiftung empfohlen. Vorteilhaft ist auch die Gabe einer Suspension, wie durch Ultracarbon von Merck. Trotzdem sollte der Hund unbedingt auf schnellstem Weg dem Tierarzt vorgestellt werden.

Damit es jedoch gar nicht erst zu einer Blaualgenvergiftung kommt, sollten Hundebesitzer im Sommer bereits Vorsorge treffen. Der Hund sollte nicht in grünlich-trübem Wasser schwimmen oder daraus saufen. Ob eine hohe Blaualgen-Belastung vorliegt, lässt sich anhand von grünen Schlieren mutmaßen. Ein weiterer Hinweis: Wenn man knietief im Wasser steht und seine Füße nicht mehr sieht, sollte man Vorsicht walten lassen. Nicht nur für Hunde, auch für Menschen können die Blaualgen giftig sein. Neben Schleimhautreizungen können auch Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Atemnot auftreten. Schilder, die vor einer hohen Blaualgenbelastung warnen, sollten daher unbedingt ernstgenommen und dem Hund im Zweifelsfall eine andere Badestelle gesucht werden.

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