Zeckenschutz beim Hund: Das perfekte Zeckenmittel - Wilmas Woche

Zecken sind beim Hund wie beim Menschen gefährliche Krankheitsüberträger. Wie halte ich die Krabbeltiere am besten fern?
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Dackel Wilma im hohen Kraut
Wenn Dackelwelpe Wilma durch das hohe Grün läuft, können sich die Zecken mit Leichtigkeit an ihr festhalten.

Spätestens nach den vergangenen feucht-warmen Tagen sind die lästigen Spinnentiere wieder reichlich unterwegs – Zecken. Eine sogenannte Zeckensaison gibt es nicht mehr. Die Parasiten sind mittlerweile das ganze Jahr über anzutreffen, auch wenn sie an kälteren Tagen in eine Starre verfallen. Sie sitzen am liebsten im Gras, Gebüsch oder Unterholz. Sobald ein Tier daran vorbeiläuft, hält sich die Zecke fest und wandert über den Wirtskörper auf der Suche nach einer geeigneten Bissstelle.

Zecken bei Welpen

Rauhaardackelwelpe Wilma hatte bereits mehrere festsitzende Zecken. Aber auch kein Wunder – Wilma durchstreift mit ihren kurzen Beinen und der daraus resultierenden Bodennähe momentan die erblühenden Wiesen und Wälder. Da können sich die Zecken mit Leichtigkeit an sie ran hängen. Das dunkle Fell erschwert zudem die Suche nach den Parasiten. Nachdem ich nun schon mehrere Zecken von der Hündin sammelte und um die von Zecken ausgehende Gefahr für Hunde und Menschen weiß, war mir klar, dass Wilma ein Zeckenmittel benötigt.

Zecke auf Wilma
Auf Wilmas Fellfarbe ist es manchmal gar nicht so einfach, eine Zecke zu erkennen.

Bei jedem Hundebesitzer kommen dann einige Fragen auf: Kann man Zecken vorbeugen? Was ist das beste Zeckenmittel für Hunde?

Gibt es den perfekten Zeckenschutz?

Jedes Zeckenmittel hat seine Vor- und Nachteile. Ein perfektes Mittel gibt es allerdings nicht. Der optimale Zeckenschutz ist individuell unterschiedlich und muss dabei je nach Hund, Kondition und Umgebung entschieden werden. Dabei spielen drei Parameter eine Rolle:

  • Wohngebiet: Wohne ich in einem Risikogebiet?
  • Wohnsituation: Wohnen Kinder und Katzen im Haushalt?
  • Fitness Hund: Reagiert der Hund empfindlich auf einen Wirkstoff? (Hautreizungen oder Durchfall)? Ist mein Hund ein „Zeckenmagnet“ oder eher uninteressant?

Arten von Zeckenschutzmitteln

  1. Hausmittel
    Zu den Hausmitteln gehören z.B. Kokosöl, Bernsteinkette, Schwarzkümmelöl, Zitronella und Leinöl. Mögliche Nebenwirkungen können Durchfall und Unverträglichkeiten sein. Ob ein Schutz besteht, ist fraglich – die Wirksamkeit ist wissenschaftlich nicht belegt. Auch wenn die genannten Mittel evtl. keinen sonderlichen Schutz vor Zecken darstellen, sind sie trotzdem gut für Haut und Fell der Hunde.
     
  2. Präparate
    Spezielle Zecken-Halsbänder, Spot-Ons und Shampoos, die frei verkäuflich sind, gehören zu den Präparaten. Manche Hunde können dadurch Übelkeit, Durchfall und Hautreizungen bekommen. In der Regel berichten Hundehalter jedoch von einer guten Wirkung, die bis zu vier Monate hält. Zusätzlich ist darauf zu achten, dass die Inhaltsstoffe auch für uns Menschen nicht ungefährlich sind und vor allem Kinder keinen Kontakt dazu haben sollten.
     
  3.  Tabletten
    In diese Kategorie gehören Tabletten wie Bravecto, NexGard und Simparica. Bei diesen Zeckenmitteln wurde eine gute Wirksamkeit bewiesen und ist zusätzlich für Hundehalter geeignet, die kleine Kinder haben. Die Wirkung hält bis zu drei Monate. Mögliche Nebenwirkungen sind Übelkeit, Durchfall und Hautreizungen. Natürlich können individuell verstärkt weitere und stärkere Nebenwirkungen auftreten. Diese Mittel erhält man beim Tierarzt.
     
  4. Halsbänder und Spot-Ons
    Diese Kategorie handelt von den Zeckenmitteln wie z.B. Exspot, Scalibur und Seresto, die häufig über Apotheken bezogen werden können. Hier ist ebenfalls die gute Wirksamkeit bewiesen, die bis zu acht Monaten anhält. Mögliche Nebenwirkungen sind z.B. Übelkeit, Durchfall und Hautreizungen. Zusätzlich können die Mittel giftig für Katzen sein. Deswegen sind diese Mittel für einen Hund-Katzen-Haushalt eher ungeeignet.

Vom Tierarzt beraten lassen

Letztendlich muss sich jeder Hundehalter in Abstimmung mit einem Tierarzt für ein Zeckenmittel entscheiden, welches einen möglichst sicheren Schutz bietet und gleichzeitig zur Gesamtsituation (Fitness) des Hundes passt. Da jeder Vierbeiner unterschiedlich ist, gibt es nicht das eine perfekte Zeckenmittel. Wenn sich der Hundehalter für ein natürliches Hausmittel entscheidet, ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass es wirklich etwas gegen die Spinnentiere bringt. Unverträglichkeiten gegenüber den Zeckenmitteln können übrigens immer auftreten.

Wilma wird mit dem Zeckenmittel eingesprüht.
Das vom Tierarzt empfohlene Zeckenmittel wird auf den Hundekörper gesprüht.

Am sichersten ist es, sich von seinem Tierarzt beraten zu lassen und dann zu testen, welches Mittel das Beste für den eigenen Hund ist. Mein Tierarzt hat mit für Wilma ein Zeckenmittel zum Sprühen empfohlen, welches um die vier Wochen halten soll. Seitdem ich dieses Zeckenmittel nutze, hat Wilma zwar immer noch ab und zu eine Zecke, die ist dann aber wenigstens tot. Vertragen tut sie es auch.

Begleitet die kleine „Wilma“ wöchentlich in ihrem Leben vom Welpen zum Dackel – mit freundlicher Unterstützung von AKAH.

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