Vergiftung beim Hund: Symptome und Erste Hilfe

Vergiftungen können die unterschiedlichsten Dinge verursachen. Wie Sie Vergiftungsanzeichen bei Ihrem Hund erkennen können, lesen Sie hier.
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Sobald sich der Hund anders als sonst verhält, sollte er beobachtet werden.
Sobald sich der Hund anders als sonst verhält, sollte er beobachtet werden.

Wenn ein Hund frei herumläuft, kann es schnell vorkommen, dass der Vierbeiner unbemerkt etwas Giftiges aufnimmt. Was der Hund jedoch genau aufgenommen hat, lässt sich im Nachhinein schlecht erkennen. Sollte ihr Hund Vergiftungsanzeichen aufweisen, ist daher schnelles Handeln gefragt.

Vergiftung bei Hunden: Gefahren lauern überall

Hunde können jederzeit mit giftigen Dingen in Kontakt kommen – im Haus, auf Spaziergängen oder im Garten. Vor allem außerhalb der Wohnung lauern viele versteckte giftige Substanzen, wie z.B. Pestizide, Düngemittel, bestimmte Pflanzen und Pilze oder auch mutwillig ausgelegte Giftköder. Dackel Wilma habe ich beim Spazierengehen deshalb besonders im Blick. So ein kleiner Dackel verschwindet ja mal schnell aus dem Sichtfeld...

Gefahr durch Schädlingsbekämpfungsmittel

Gerade im Frühjahr und Herbst werden Insektizide, Rodentizide oder Herbizide in der Landwirtschaft eingesetzt. Hunde nehmen diese Substanzen schnell entweder direkt oder durch vergiftete Tiere sowie behandelte Pflanzen auf. Besonders Rattengift und Schneckenkorn sind eine große Gefahr. Rattengifte bestehen häufig aus Antikoagulanzien (Hemmer und Blutgerinnung). Dadurch erscheint die Vergiftung beim Hund meist um drei bis fünf Tage verzögert. Eine Vergiftung kann zu starken inneren Blutungen führen.

Anzeichen auf eine Vergiftung mit Schneckenkorn tritt bei Hunden schneller ein. Zwei bis drei Stunden nach der Schneckenkornaufnahme kommt es zu zentralnervösen Symptomen wie Depressionen, Krämpfen oder Anfällen. Begleitet durch sehr hohes Fieber, kann es zum Multiorganversagen kommen.

Risiko Düngemittel

In der Landwirtschaft und auch im eigenen Garten kommen häufig mineralische Düngemittel zum Einsatz. Durch das Trinken aus Pfützen an Feldrändern oder Ablecken der Pfoten nach dem Spaziergang kann der Hund die Substanzen direkt aufnehmen. Infolgedessen kann es zu Reizungen der Schleimhäute des Verdauungstraktes kommen. Die Gifte müssen unbedingt aus dem Magen-Darm-Trakt entfernt werden.

Vergiftung durch Haushaltsprodukte und Lebensmittel

Auch im häuslichen Umfeld gibt es einige Gefahren für den Vierbeiner: Schokolade, Medikamente, Weintrauben oder Rosinen sowie Reinigungs- oder Frostschutzmittel können extrem riskant werden. Bei einer Intoxikation mit Schokolade sind erste Anzeichen oft Erbrechen oder Durchfall. Unruhe, Herzrasen oder Muskelkrämpfe können zusätzlich dazukommen. Der Verzehr von Trauben oder Rosinen führt im schlimmsten Fall innerhalb von 24 Stunden zu Nierenversagen. Ab wieviel Gramm es zu Vergiftungserscheinungen kommt, ist von Hund zu Hund unterschiedlich.

Vergiftung durch Pflanzen

Es gibt eine ganze Reihe von Pflanzen, die für Hunde giftig sind. Sollte ein Hund von solchen Pflanzen gefressen haben, sollten Sie unbedingt die Pflanzenreste aus dem Maul des Vierbeiners entfernen. Hier nur eine kleine Auswahl:

  • Kirschlorbeer
  • Weihnachtsstern
  • Osterglocken
  • Efeu
  • Farne

Vergiftungserscheinungen erkennen

Die Anzeichen für eine Vergiftung variiert von Hund zu Hund. Je nach aufgenommener Substanz und Menge, desto schwerwiegender sind die Symptome. Folgende Symptome können bei einer Vergiftung auftreten:

  • Unruhe
  • Taumeln
  • Starkes Speicheln
  • erhöhte Herz- und Atemfrequenz
  • Blutungen aus Körperöffnungen
  • Blasse, bläuliche oder deutlich gerötete Schleimhäute und Zahnfleisch
  • Muskelzittern, Krämpfe oder Anfälle
  • Erhöhte oder erniedrigte Körpertemperatur
  • Bewusstseinsverlust
  • Tod

Was tun bei einer Vergiftung

Wenn ein Hund mögliche Vergiftungsanzeichen zeigt, sollte umgehend eine Tierklinik aufgesucht werden. Eine frühzeitige Behandlung verbessert die Prognose. Wenn die Giftaufnahme nicht länger als zwei Stunden her ist, kann der Tierarzt durch provoziertes Erbrechen die Substanzen aus dem Magen entfernen. Sind die Anzeichen schon schwerwiegender, muss unter Narkose der Magen ausgespült werden.

Erste Hilfe bei einer Vergiftung

Als erste Maßnahme bei Vergiftungen kann dem Hund Aktivkohle (medizinische Kohle) verabreicht werden. Eine zusätzliche Wasseraufnahme ist nötig. Jedoch sollte immer der Tierarzt aufgesucht werden und der Hund unter Beobachtung stehen. Zur Erholung der Magen-Darm-Schleimhäute kann zudem Schonkost gefüttert werden.

 

Begleitet die kleine „Wilma“ wöchentlich in ihrem Leben vom Welpen zum Dackel – mit freundlicher Unterstützung von AKAH.

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