Nach Nutztierrissen: Wolf im Landkreis Lüneburg geschossen

Nach diversen Übergriffen auf Nutztieren wurde in Niedersachsen erneut ein Wolf mit Ausnahmegenehmigung geschossen.
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AKT-Wolf-Landkreis Lüneburg-PHK
Eine DNA-Analyse soll die Herkunft des Wolfs klären (Symbolbild).

Am Samstag, den 8.1.2022, ist ein Wolf aus dem Rudel Amt Neuhaus von einer dazu befugten Person geschossen worden. Die Entnahme erfolgte im Rahmen der geltenden Ausnahmegenehmigung des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Das teilte nun das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz mit. Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich dabei um ein ein- bis zweijähriges Tier.

Gesamtschaden beläuft sich auf knapp 6.000 Euro

Die Genehmigung zur Entnahme einzelner Mitglieder des Rudels Amt Neuhaus hatte die Behörde erteilt, da es seit 2017 im Territorium des Rudels immer häufiger zu Übergriffen auf Nutztiere durch Wölfe gekommen war. Der vom Gesetzgeber als zumutbar eingestufte Herdenschutz wurde dabei wiederholt überwunden. Herdenschutztiere, olfaktorische Vergrämung sowie weitere unterschiedliche Herdenschutzmaßnahmen hatten die Lage nicht verbessern können. Der Gesamtschaden belief sich bisher auf knapp 6.000 € und ist noch nicht abschließend beziffert.

Entnahme folgte geltender Rechtslage

Es sollten eine mindestens siebenjährige Fähe mit der Kennung GW 872f sowie der Rüde GW 1532m entnommen werden. Diese waren laut DNA-Analyse maßgeblich an den Nutztierrissen beteiligt. Das Ministerium betonte jedoch, dass die Entnahme der deutlich jüngeren Fähe „von der geltenden Rechtslage nach dem Bundesnaturschutzgesetz (§ 45a) vollumfänglich gedeckt“ sei. Schließlich sei „eine sichere Identifizierung der Wölfe bei Vollzug im Gelände nicht zweifelsfrei möglich“. Diese könne „nur über den räumlich-zeitlichen Zusammenhang in Anknüpfung an die Schadensereignisse erfolgen“. Daher war die Genehmigung auf fest definierte Teile des Kernterritoriums des Rudels Amt Neuhaus festgelegt worden.

Herkunft des Wolfes soll nun ermittelt werden

Im Anschluss an die Entnahme des Wolfs folgt nun das Standardprozedere. Nachdem der Kadaver durch das NLWKN geborgen wurde, wird dieser im Rahmen des regulären bundesweiten Totfundmonitorings am Leibniz Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin untersucht. Dabei soll unter anderem mittels genetischer Analyse die Herkunft des Wolfs ermittelt werden. Der Vollzug weiterer Entnahmen wurde vorläufig ausgesetzt, kann jedoch jeder Zeit wieder aufgenommen werden. PHK

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