Jagdhundeausbildung: Hund zeigt wenig Interesse am Wild

Die Jagdhundeausbildung ist vielfältig. Neben den Allroundern gibt es auch Hunde für spezielle Einsatzgebiete.
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Die Ente wurde nur kurz von Wilma beschnüffelt.
Die Ente wurde nur kurz von Wilma beschnüffelt.

In der vergangenen Woche war es sehr heiß und die Dackelhündin "Wilma" fand es im kühlen Haus deutlich angenehmer, als draußen herumzuspielen.

Schleppenarbeit gegen Langeweile

Als die heißen Tage ein kurzes Ende nahmen, nutzte ich diese Zeit, um mit "Wilma" und meinem Retrieverrüden "Freddy" jagdlich zu arbeiten. Für die beiden Hunde hatte ich eine Ente aufgetaut, um damit eine Schleppe zu ziehen. "Wilma" hatte vorher noch keinen Kontakt zum Federwild. Über die abgemähte Wiese hinterm Haus zog ich zunächst eine Schleppe für "Freddy". Passioniert arbeitete er die Duftspur aus, nahm die Ente auf und apportierte sie sicher zu mir zurück. "Wilma" beobachtete ihn dabei gespannt.

Danach zog ich auch eine Schleppe für "Wilma". Ich habe bereits ein paar Nasenübungen mit ihr gemacht, sodass ich in ihre Schleppe zwei Winkel einbauen konnte, umso die Schwierigkeit etwas zu erhöhen. Am vermeintlichen Anschuss angesetzt, ließ ich den Dackel auf die Schleppe. Mit tiefer Nase arbeitete "Wilma" die Duftspur recht schnell und sauber aus. An Ende lag die Ente. Ich war sehr gespannt, wie sie reagierte. Anders als erwartet, beschnüffelte "Wilma" trotz lauten Lobes meinerseits die Ente nur kurz, um dann die Schleppe nochmal rückwärts zu arbeiten.

Wenig Interesse am Wildkörper

Mir ist nun bereits vermehrt aufgefallen, dass "Wilma" kein großes Interesse an erlegtem Wild hat. Sei es ein Reh, Ente, Hase oder Fuchs. Die Stücke werden zwar freudig beschnüffelt, aber es werden von Wilma keine Anstalten gemacht, in jeglicher Art mit dem Wildkörper zu interagieren. Viel lieber arbeitet sie Schleppen, Spuren oder Fährten aus. Sie ist ein absoluter Nasenhund und ich bin super zufrieden mit ihrer Arbeit in diesem Bereich. Vielleicht kommt das Interesse am Wild noch irgendwann von ganz allein...

Kein Hunger bei hohen Temperaturen

Auffällig während der heißen Tage war es, dass Wilma kaum etwas gefressen hat. Die Hündin ist sowieso nicht verfressen und nimmt ihr Futter recht langsam auf. Bei Tieren löst der Sommer wohl ein ähnliches Verhalten aus, wie bei manchen Menschen: der Appetit wird weniger. Es sollte aber unbedingt darauf geachtet werden, dass der Hund genug Flüssigkeit aufnimmt. Wenn "Wilma" nicht fressen wollte, habe ich ihre Futterschale nach kurzer Zeit wieder hochgenommen. Dann hatte sie bei der nächsten Mahlzeit etwas mehr Appetit.

Begleitet die kleine „Wilma“ wöchentlich in ihrem Leben vom Welpen zum Dackel – mit freundlicher Unterstützung von AKAH.

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