Jagdhund: Schussfestigkeit beim Hund

Für den jagdlichen Einsatz ist ein schussfester Hund unabdingbar. Schussscheue und Schussempfindlichkeit sind züchterisch nicht erwünscht.
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Aufmacher
Für Freddy und Wilma habe ich in der vergangenen Woche ein paar Übungsschüsse abgegeben.

Eine guter Gebrauchshund sollte neben der jagdlichen Passion auch ein schussfestes Wesen zeigen. Doch nicht alle Hunde werden problemlos schussfest. Jeder Hund reagiert anders auf Umweltreize. Zeichen für eine Geräuschempfindlichkeit lassen sich schnell im Alltag feststellen: das laute Zuschlagen von Autotüren, das Herunterfallen eines blechernen Gegenstandes oder das Zusammenklatschen der Hände können schon ausreichen, dass ein Hund ängstlich reagiert.

Meine Erfahrungen

Ich habe den Trainingsaufbau individuell für die Hunde angepasst, weil jeder Hund anders auf laute, unbekannte Geräusche, insbesondere einen Knall, reagieren kann.

Bei Golden Retriever-Rüde Freddy haben wir damals in kleinen Schritten mit wenig Reizen begonnen, die Schussverträglichkeit zu üben. Wir ließen zunächst immer mal zwischendurch zuhause Luftpolsterfolie platzen, um zu schauen, wie der junge Hund auf die Geräusche in gewohnter Umgebung reagierte.

Diesem Knall schenken wir Menschen nie besondere Beachtung, er wurde in unseren Tagesablauf einfach für einige Zeit integriert, und Freddy hatte sich auch schnell daran gewöhnt. Später im Revier haben wir Schritt für Schritt die Intensität eines Knalls gesteigert, zuerst mit dem Schuss aus einer Schreckschusspistole. Dabei wurde während einer Quersuche über eine Wiese von einem weiter entfernten Standort mit Platzpatronen geschossen, während der Hund mit der Suche beschäftigt war.

Wichtig war uns dabei wieder, dass der Schuss wie nebenbei fiel. Irgendwann haben wir dann den Schuss mit Beute für den Hund in Verbindung gebracht. Nach dem Knall flog häufiger mal ein Dummy, damit Freddy gleich freudig arbeiten konnte. Eine Belohnung für den Hund gab es übrigens immer. So war es dann zur Brauchbarkeitsprüfung kein Problem, die Schussfestigkeit an Land und Wasser zu bestehen. 

Bei Dackel Wilma bin ich etwas anders an die Schussfestigkeit gegangen. Sie war schon von Welpenalter an von lauten Geräuschen wenig beeindruckt. Seitdem sie bei mir ist, kam sie bei jedem Ansitz mit auf den Hochsitz. Den Schuss hat sie direkt mit dem „Gemeinsame Beutemachen“ verknüpft.

Bei einer Schussfestigkeitsübung letztens im Revier mit beiden Hunden hat sich gezeigt, dass Freddy dem Schuss direkt nachgeht. Er beobachtet genau, in welche Richtung geschossen wird und sucht dort dann intensiv. Wilma hingegen kommt zu mir und freut sich, da sie den Schuss mit der direkten Beute verbindet, die es bisher nur mit mir im Zusammenhang gab.

Begleitet die kleine „Wilma“ wöchentlich in ihrem Leben vom Welpen zum Dackel – mit freundlicher Unterstützung von AKAH.

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