Jagd im Januar: Jagdzeiten und Hegemaßnahmen im Revier

Jagd im Januar: Wo lohnt es sich aktuell zu waidwerken? Wo können wir dem Wild mit Hegemaßnahmen unter die Arme greifen?
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08. Januar 2023
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Reh und Fasan im Winter
Auch im Januar gibt es im Revier einiges fürs Wild zu tun.

Der Januar wurde von den Altvorderen einst als „Hegemond“ bezeichnet, und das aus gutem Grund. Denn in vielen Revieren haben wir in diesem Monat eine entsprechende Schneelage, und nicht selten herrscht ernste Futterknappheit. Leider wird mittlerweile in einigen Bundesländern die Wildfütterung als unnatürlich empfunden und daher verboten. Sicherlich dient ein entsprechender Winter in der Natur zudem als Regulativ, um alte und kranke Tiere der Natur einerseits zu entnehmen, andererseits dient dieses Fallwild aber ebenso als Nahrung für andere Arten. Doch sowohl in der Landwirtschaft als auch in einer auf Gewinn ausgelegten Forstwirtschaft fehlen nicht nur dem Wild häufig die erforderlichen Nahrungsquellen, um sich vor dem Winter eine entsprechende Feistschicht zuzulegen. Nicht selten sind Umweltgifte und ein zunehmender Parasitenbefall ernste Faktoren. Wild, das in einem optimalen Ernährungszustand in den Winter geht, käme mit einem gedrosselten Energiebedarf wohl auch ohne zusätzliche Fütterung zurecht. Doch wo finden wir solche Verhältnisse denn noch?

Freizeitdruck sorgt für Probleme im Revier

Zunehmender Freizeitdruck bis in die entlegensten Revierteile, ausgeräumte Reviere, Maschineneinsatz und Selbstwerber über den gesamten Winter und Jagdzeiten, die weit in die Notzeit gelegt werden, sorgen für Fallwild oder zumindest aber für entsprechende Wildschäden in den Wirtschaftswäldern – mit der Konsequenz von noch mehr Jagddruck!

Die Jagd im Januar – Was sich jetzt lohnt

  • Intensive Bau- und Fangjagd (Ländergesetzgebung beachten!)
  • Reizjagd auf Füchse
  • Fuchsansitz am Naturbau und Luderplatz
  • Marder ausneuen
  • Intensive Bejagung von Frischlingen und Überläufern (Kreisen bei Neuschnee)
  • Tauben, Rabenkrähen und Elstern beim Abendeinfall bejagen
  • Lockjagd auf Rabenkrähe und Elster
  • Frettieren auf Wildkaninchen
  • Wenn noch nötig, Abschussplanerfüllung beim Schalenwild

Aufmerksamkeit gilt dem Raubwild

Aber der Winter im Januar bietet auch jagdliche Freuden. Jetzt, wenn der Schalenwildabschuss erreicht ist, gilt des Jägers ganze Aufmerksamkeit dem Raubwild. Zu keiner anderen Jahreszeit bieten sich so zahlreiche Gelegenheiten, um Strecke zu machen bei Fuchs, Marder & Co. Der reife Winterbalg ist zudem Lohn einer reizvollen und anstrengenden Jagd. Pelze sind wieder modern. Wir können sie ruhigen Gewissens und voller Stolz zu wertvollen Kleidungsstücken und Accessoires verarbeiten lassen, denn sie stammen schließlich aus absolut nachhaltiger Nutzung nicht gefährdeter Wildarten!

Nicht vergessen: Revierarbeiten im Januar

  • Fütterungen für alles Schalenwild und Niederwild unterhalten (Landesjagdgesetz beachten!)
  • Enten an offenen Fließgewässern füttern
  • Sauen kirren
  • Pross- und Schälhölzer in Einstandsnähe schlagen
  • Wildruhezonen einhalten
  • Wildbestandsermittlung bei Schnee
  • Raubwildbälge streifen und spannen
  • Hecken und Feldgehölze auf den Stock setzen
  • Entenbrutkästen herrichten und neue aufstellen

Hegemaßnahmen am Entengewässer

Mit einfachen Maßnahmen lassen sich durch Reisighaufen (Heckenabschnitte vom Straßenbau!) und Stockausschläge gefällter Erlen und Weiden im Uferbereich von Gewässern zusätzliche Brutplätze für die Stockente schaffen. Die Weichhölzer (ab ca. 10  cm Stammdurchmesser) fällt man dazu kreuz und quer übereinander. Belässt man diese obendrein mit einer Rindenzunge am Stock, treiben sie sogar noch einige Jahre aus und schaffen undurchdringliche Deckung.

Entengewässer gestalten

Da gerade die Stockente gerne hoch brütet, sollte auch die eine oder andere Kopfweide in der Anlage und Pflege unseres Entenbiotops berücksichtigt werden. In der Anfangsphase das Entengewässer zu gestalten, eignen sich künstliche Bruthilfen, um einen Frühjahrsstammbesatz an Enten zu begründen. Naturnah und luftig eingebaut, aber trotzdem mit natürlichen Materialien gut getarnt, werden sie Anfang März, wenn die Gewässer eisfrei sind, sofort von der Ente begutachtet und besetzt. Ideal ist die Errichtung von Brutkörben auf dem offenen Wasser an einer Schilfkante, damit zum einen die Ente Rundumsicht hat, zum anderen aber kein Haarraubwild an die Brutkiste springen kann. Sind Ratten am Gewässer vorhanden, helfen Weißblechstreifen, über die Pfähle genagelt, ein Emporklettern der Gelegeräuber zu verhindern. Ein Benageln mit Dachpappe muss aus Gründen der Überhitzung von Ente und Gelege unbedingt unterbleiben. Die Öffnung sollte zur Wasserfläche zeigen, aber der Wetterseite abgewandt sein. Der Nistraum muss dick mit Stroh, Altgras oder Heu gefüllt werden. Das eingebrachte Material muss hinaus auf das Anflugbrett ragen, damit die Kiste schneller das Interesse der suchenden Ente weckt.

Bei Eis auf den Weiher

Im Januar sind die Wasserflächen oft dick gefroren. Hält das Eis, können alle Arbeiten an den Brutkörben ohne großen Aufwand zügig durchgeführt werden, denn sie sollten bis Ende des Monats fertig gestellt sein, wenn sie noch im ersten Frühjahr bezogen werden sollen. Bruthilfen, die neu aufgestellt werden, befestigen wir auf größeren Eisenrohren, an die wir eine Eisenplatte geschweißt haben. Sie werden durch ein Loch im Eis in den Weihergrund geschlagen und halten ewig. Holzpfähle werden allzu leicht durch die schwankende Eisdecke gelockert, faulen oder werden vom Biber benagt.

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