Gescheckte Wildschweine: Eine seltene Färbung mit Vergangenheit

Gemischtfarbige Rotten sind, besonders im Osten Deutschlands, häufiger zu beobachten. Doch woher kommt die Scheckung?
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04. November 2022
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Noch über viele Generationen hinweg können abweichende Merkmale auftreten.
Noch über viele Generationen hinweg können abweichende Merkmale auftreten.

Gemischtfarbige Rotten (saufarbene und gescheckte Sauen) sind, besonders im Osten Deutschlands, häufiger zu beobachten. Doch woher kommt die auffällige Schwartenfärbung? Im Stammbaum der Schwarzkittel müssen sich irgendwann einmal Hausschweine eingekreuzt haben. Das kann mehrere Wildschweingenerationen zurückliegen.

Ursächlich ist dafür oftmals die Waldweide-Wirtschaft, bei der Hausschweine in Eichen- und Buchenwälder getrieben wurden. Einzelne Tiere entkamen und paarten sich dann mit Wildschweinen. Das Gen für die Scheckung wird dabei rezessiv vererbt – das heißt: wenn Keiler und Bache beide Träger des Gens sind, kann die weiß-schwarze Färbung bei den Frischlingen auftreten. So kommt es auch noch Generationen später zu einer Scheckung. Jäger können sich die Scheckung der Wildschweine zu Nutze machen. Über die auffällige Färbung der Schwarte, die im Sommer sowie Winter gleich bleibt, kann man die Sau nicht nur über mehrere Jahre in ihrer Entwicklung genau beobachten, auch lässt sich das Streifgebiet des Schwarzkittels bzw. der Rotte sehr gut nachvollziehen. Für viele Jäger ist die Erlegung eines Schecken etwas besonderes und oft findet die Schwarte den Weg zu einer Gerberei.

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