Fuchsjagd im Winter: So klappt die Lockjagd vor und nach der Ranz

Während und nach der Ranz lohnen sich Lock- und Reizjagd auf den Fuchs besonders. Doch welche Instrumente setzt man am besten ein?
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Ranzbeller, Fuchsflöte, Hasenklage und Mauspfeiffe: Im praktischen Set hat man so alles immer dabei.
Ranzbeller, Fuchsflöte, Hasenklage und Mauspfeiffe: Im praktischen Set hat man so alles immer dabei.

Ein neues Kalenderjahr hat begonnen. Und mit ihm ist die Fuchsranz in vollem Gang. Sie zieht sich bis in den Februar hinein. Das typische heisere Bellen und Schreien ist nachts weit zu hören. Die Laute nutzen Rüde und Fähe, um sich gegenseitig zu finden; ein guter Zeitpunkt für die Lockjagd. Während der Ranz steht Reineke nicht der Sinn nach Fraß. Daher lohnt sich der Einsatz eines sogenannten Ranzbellers (ggf. einer Fuchsflöte – wie z.B. die von Eurohunt). Mit ihm kann der Jäger die Belllaute des Rüden und den Ranzschrei der Fähe nachahmen. Natürlich bedarf das etwas Übung. Hat man den Bogen erst einmal raus, kann man regelrechte „Gespräche“ mit Reineke führen.

Mit oder ohne Locker: Der Fuchsansitz lohnt immer

Möchte man den roten Freibeuter nachts bezirzen, sollte ein Sitz mit weitem Sichtfeld (an Wiesen, Wald-Feld-Kanten, Freiflächen etc.) gewählt werden. Dort hat man genügend Zeit, den heranschnürenden Fuchs zu erblicken und sich schussfertig zu machen. Je näher er kommt, umso weniger sollte gelockt werden. Denn Reinekes Sinne dürfen nie unterschätzt werden. Der Einsatz eines Wärmebildgerätes hilft, den Fuchs noch schneller wahrzunehmen.

Während der Ranz ist Reineke oft auch am Tag unterwegs. Diese hohe Aktivität kann man sich bei einem morgendlichen Ansitz am Bau oder am Pass zunutze machen; mittags können sich Ansitz und Pirsch lohnen. Das eigentliche Ranzgeschehen findet dennoch überwiegend nachts statt. Vernimmt man auf dem Hochsitz die Laute eines Rüden bzw. einer Fähe, sollte man umgehend die entsprechenden Antwortlaute nachahmen. Hat man eine Fähe erlegt, unbedingt sitzen bleiben! Oft folgen ihr weitere Füchse. Tipp: Nach dem Ansitz streifen und die Blase entnehmen. Es gibt keinen besseren Lockstoff als den Urin einer ranzigen Fähe!

Reizjagd im Februar

Nach der anstrengenden Ranz gehen die Füchse wieder vermehrt auf Raubzug. Das bedeutet, dass der Weidmann nun wieder verstärkt mit Hasen-, Kaninchen- und Vogelklage sowie Mauspfeifchen reizen kann, um Beute zu imitieren. Besonders Mauspfeifchen und Vogelklage eignen sich, wenn ein Fuchs bereits in Anblick ist, sich aber noch außerhalb der Schussentfernung befindet.

Winterbalg

Ab November sind die Bälge reif und können zum Gerben. Am besten ist es, den Räuber noch frisch zu streifen. Denn warm geht das am besten. Dabei sollte man nicht vergessen, die Lunte bis in die Spitze aufzuschärfen. Oft wird das letzte Glied vergessen. Je nach Verwendungszweck, können die Branten abgeschärft werden. Das spart enorm viel Zeit.

Achtung: Einen warmen Balg friert man niemals ein! Schon gar nicht in einer Plastiktüte. Immer erst auskühlen lassen. Wer seinen Balg einsalzt, sollte darauf achten, dass das entstehende Salzwasser abfließen kann. Auch Spannen und an einem kühlen Ort trocknen ist eine Option.

Tipp: Bälge immer zu Wochenbeginn (Mo./Di.) an die Gerberei schicken! Dann liegen sie nicht zu lange bei der Post.

Vor allem der Februar ist in Sachen Fuchsjagd äußerst effektiv. Denn die Fähen haben dann bereits ihre Reviere besetzt. Und Territorien von erlegten Fähen werden in der Regel nicht so schnell neu besetzt. Dadurch lässt sich die Anzahl der zu erwartenden Gehecke im Revier kurz vor Ende der Jagdzeit nachhaltig reduzieren − eine Wohltat fürs Niederwild!

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