EU-Drohnenverordnung: Das müssen Sie bei der Kitzrettung beachten

Immer mehr Jäger und Jägerschaften setzen Drohnen zur Jungwildrettung ein. Doch für den Einsatz ist einiges zu beachten.
Blaser-Drohne

Seit 31. Dezember 2020 gilt in Deutschland die EU-Drohnenverordnung, die die Vorschriften für Fernpiloten in Europa weitestgehend angeglichen hat. Zum Betreiben (Fliegen) einer Drohe (sofern diese im Außenbereich eingesetzt werden, über 250 gr wiegen oder mit Kamera ausgestattet sind) werden stets benötigt:

1. Eine UAS-Betreiberregistrierung (UAS = Unmanned Aircraft System = unbemanntes Luftfahrsystem)

Die Registrierung kann online über die Homepage des Luftfahrbundesamtes (www.lba.de) erfolgen und kostet für natürliche Personen 20,- EUR und für juristische Personen 50,- EUR.

2. Einen Kompetenznachweis für Fernpiloten

Der sogenannte Drohnenführerschein (EU-Kompetenznachweis) in den Klassen A1/A3 („kleiner Schein“) oder A2 („großer Schein“) ist für alle Fernpiloten, die in der offenen Betriebskategorie mit UAS mit einer höchstzulässigen Startmasse von 250g oder mit UAS einen seitlichen Abstand von weniger als 150m zu Wohn-, Gewerbe- und Erholungsgebieten mehr fliegen wollen, verpflichtend.

Den „kleine EU-Schein“ benötigt jeder Fernpilot, der Drohnen schwerer als 250g fliegen möchte. Voraussetzung hierfür ist die Teilnahme an einem Onlinetraining und das Bestehen einer Onlineprüfung direkt beim Luftfahrt-Bundesamt (LBA). Dieser Schein ist Basis und Voraussetzung für alle weiteren Qualifikationen.

Der „große EU-Schein“ baut inhaltlich auf dem „kleinen EU-Schein“ auf. Er wird benötigt, um z.B. bis zu 30 m an unbeteiligte Personen heranfliegen zu dürfen. Der „große EU-Schein“ setzt das Bestehen einer Theorieprüfung voraus.

Nahezu sämtliche Drohnen, die für die Kitzrettung eingesetzt werden, setzen den „kleinen EU-Schein“ voraus.

3. Eine Einordnung des UAS-Betriebes in eine Betriebskategorie

Der Betrieb von unbemannten Luftfahrzeugsystemen wird unterschiedlich kategorisiert. Drohnen zur Kitzrettung werden meistens in die offene Kategorie eingestuft, diese gilt für Drohnen, die

  • weniger als 25 kg wiegen,
  • nicht über Menschenansammlungen betrieben werden;
  • eine Flughöhe von 120 m über dem Boden nicht überschreiten,
  • nur in direkter Sichtverbindung betrieben werden und
  • kein Gefahrgut oder Menschen transportieren.

Die offene Kategorie wiederum ist aufgeteilt in folgende Klassen:

  • A1: < 250 g Startgewicht, kein Überfliegen von Menschenansammlungen,
  • A2: < 4 kg Startgewicht, horizontaler Abstand zu Unbeteiligten mindestens 30 m,
  • A3: < 25 kg Startgewicht, horizontaler Abstand von 150 Metern zu Wohn-, Gewerbe-, Industrie- und Erholungsgebieten

Hinweis: Es werden aktuell kaum Drohnen angeboten, die nach EU-Verordnung (Klassen C0 bis C6) zertifiziert sind, sodass die Kategorisierung derzeit anhand der Leistungsdaten im Einzelfall erfolgen muss.

 

Dr. Benjamin Munte

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