Drückjagd mit dem Jagdhund – Wilmas erste Erfahrungen

Die Saison der Bewegungsjagden beginnt. Für Dackel „Wilma“ stand vor kurzem die erste Drückjagd an.
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Bereit für die Bewegungsjagd – „Wilma“ wartet gespannt auf ihren Einsatz.
Bereit für die Bewegungsjagd – „Wilma“ in Signalweste und mit Ortungsgerät sowie Glocke.

Die Tage werden kürzer und die Temperaturen fallen. Die grüne Kleidung weicht orangenen Signalfarben. Drückjagden stellen immer eine organisatorische Herausforderung dar – eine Schlüsselrolle für eine erfolgreiche Jagd haben dabei die Hunde, Hundeführer und Treiber.

Zu jung für die Drückjagd?

Für Dackel „Wilma“ stand die erste Drückjagd an. In meinem heimischen Revier drücke ich schon seit Jahren zusammen mit weiteren Treibern und Jagdhunden die Dickungen durch. Trotzdem habe ich etwas länger  überlegt, ob ich „Wilma“ mit ihren knapp 10 Monaten schon schnallen sollte. Unter Jägern und Hundeführern gibt es unterschiedliche Ansichten. Die einen meinen, dass der Hund zunächst im vollen Gehorsam stehen muss, die anderen nutzen die Bewegungsjagden zum Sammeln von Erfahrungen. Letztendlich habe ich mich für letzteres entschieden und so ging es für „Wilma“, meinen Golden Retriever „Freddy“ und mich am vergangenen Wochenende in den heimischen Wald.

Aufbruch zur Jagd

Zusammen mit der Treiberwehr fuhren wir auf vereisten Wegen in den Süntel (ein Mittelgebirgszug im Weserbergland). Auf dem Berg angekommen, peitschte ein kalter Wind in unsere Gesichter. In Ruhe stellten wir uns im leichten Schnee an einem Hang voller Brombeeren auf. Noch zwei Minuten, dann konnten wir die Hunde schnallen. „Freddy“ tänzelte etwas auf der Stelle. „Wilma“ stand ruhig neben mir und wartete auf ein Signal. Um 10 Uhr schnallte ich beide Hunde. Mit großen Sprüngen durchschlug „Freddy“ die dichten Brombeeren. „Wilma“ startete gleichermaßen explosiv – sie bekam eine Spur in die Nase und folgte dieser mit lautem, kontinuierlichen Bellen.

Ortungsgerät
Zur Drückjagd trägt "Wilma" eine Signalweste, ein Ortungsgerät und eine Glocke.

Als „Wilma“ außer Sicht und Hörweite war, konnte ich sie Dank ihres Ortungssystems genau verfolgen. „Freddy“ blieb hingegen in meiner Nähe und zog in Sichtweite seine Bahnen durch den Bestand.

„Wilma“ auf Abwegen

Nach einer halben Stunde fand der mittlerweile schneebedeckte Dackel den Weg zurück zu uns. Für kurze Zeit hielt sie sich bei „Freddy“ und mir auf, bis sie die nächste interessante Spur lautstark verfolgte. Nach weiteren 30 Minuten wurde ich plötzlich angerufen. Ich ging an mein Mobiltelefon und eine freundliche Männerstimme teilte mir mit, dass er den Dackel bei sich im Auto hätte.  Es stellte sich heraus, dass „Wilma“ bis in den nächsten Ort gelaufen war und dort auf einem landwirtschaftlichen Betrieb auf dem Hof verweilte. Freundlicherweise hatte der Landwirt den Hund eingesammelt, sodass „Wilma“ nicht noch auf die Kreisstrasse lief. So war für „Wilma“ das Treiben bereits um 11 Uhr beendet.

Sonnenbaden im fremden Auto

Unsere Treibergruppe drückte noch bis 13 Uhr weitere Bestände durch und machte ein paar wenige Sauen hoch, vereinzelt wurde auch Rehwild gesichtet. Wieder bei den Autos angekommen, fuhr ich direkt in den Nachbarort, um „Wilma“ abzuholen. "Wilma" thronte trocken und warm auf einem großen Lammfellkissen auf dem Beifahrersitz des Landwirts und sonnte sich durch die Fensterscheibe. Als sie mich erblickte, freute sich der Dackel zwar, wollte aber den lauschigen Platz ungern verlassen.

Auch wenn die erste Drückjagd für „Wilma“ zeitlich schnell vorbei, war, hat sie ausdauernd und laut die Dickungen durchstöbert. Darauf lässt sich aufbauen.

Begleitet „Wilma“ alle zwei Wochen in ihrem Leben vom Junghund zum Dackel – mit freundlicher Unterstützung von AKAH.

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