Auf Fuchs, Marder und Co. im Januar: Beste Zeit für reife Bälge

Im Januar sind die Bälge von Fuchs, Marder und Co. reifen: So nutzen Jäger den Wintermonat zur effektiven Raubwildbejagung.
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08. Januar 2023
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Erlegte Fuchs im Winter
Im Januar gilt es dem Raubwild.

Speziell der Fuchs ist im Januar besonders aktiv. Zur Ranzzeit trifft ihn der Jäger oft sogar noch am hellen Vormittag an. Der suchende Rüde allein oder gar eine ganze Ranzgesellschaft kann uns jetzt jederzeit über den Weg laufen. Im Waldrevier ist er nicht selten den kompletten Tag auf den Läufen. Bei frisch gefallenem Neuschnee fahren wir morgens erst eine Revierrunde, um uns einen Überblick über die Wildbewegungen der vergangenen Nacht zu machen. An einem uns günstig erscheinenden Platz besetzen wir einen Hochsitz. Ideal hierfür sind Stände an Wegekreuzungen. Wir werden meist nicht lange warten müssen, bis Reineke aus dem tiefverschneiten Winterwald auf die Forststraße wechselt und unsere Fahrspur annimmt, um schneller und leiser durch sein Revier zu schnüren. Mit dem nachgeahmten Ranzgebell oder später im Januar ebenso mit der Hasenklage helfen wir ein bisschen nach, um den Anlauf zu forcieren.

Baujagd im Januar ist ein Glücksspiel

Aber auch bei der Baujagd in der Ranz kommt der Jäger manchmal zu unverhofft reichem Waidmannsheil, wenn nicht nur ein Fuchs im Bau steckt, sondern gar eine ganze Ranzgesellschaft. Die ersten Rüden springen meist so rasch, dass man es kaum glauben mag. Liegt der erste Rote im Schnee, muss der Jäger unbedingt weiter gespannt bleiben, selbst wenn der Hund augenblicklich nachfolgt. Denn solange der Vierbeiner Interesse am Bau zeigt und arbeiten will, ist mit weiteren Füchsen zu rechnen. Weil Reineke in der Ranz alle Baue kontrolliert, diese markiert oder mit einer angetroffenen Fähe den Bau wieder verlässt, klappt es mit der jagdlichen Beute nicht immer so. Daher ist die Baujagd im Januar oftmals ein Lotteriespiel, wenn auch mit überaus guten Gewinnchancen!

Schleppen zum Ansitzplatz ziehen

Ähnlich erfolgreich kann der Jäger jetzt auch bei der Jagd am Luderplatz sein – vorausgesetzt, Schnee und/ oder Mond lassen es für den Schuss ausreichend hell werden. Die leicht schräg eingegrabene Luderröhre haben wir in den vergangenen Wochen regelmäßig mit kleinen Brocken Wildbret oder Hundetrockenfutter beschickt. Deutlich sehen wir an den Spuren und frisch aufgekratzten Löchern, dass Fuchs und Marder sich hier bereits vertraut ihren Anteil geholt haben. Nach einer gewissen Kirrzeit lässt der Erfolg in Form eines Winterfuchses oder Marders meist nicht lange auf sich warten. Im Waldrevier besetzen wir unseren Ansitz bereits am späten Nachmittag, im weiten Feldrevier ist oft erst nach 21 Uhr mit dem ersten Anlauf zu rechnen. Mit einem Zwiebelnetz, gefüllt mit den Zerwirkresten von Niederwild, ziehen wir am zeitigen Nachmittag noch schnell sternförmig auf den Waldwegen Schleppen, um den Zulauf zu unserem Ansitzplatz nicht allein dem Zufall zu überlassen!

Fuchsdrücken bei frostigem Wetter

Gegen Ende des Monats und damit auch gegen Ende einer anstrengenden Ranz verspüren die Füchse wieder mehr Hunger, zumal wenn Schnee und Frost schon ein paar Tage andauern. Mit Hasenklage, Kaninchen- oder Vogelangstgeschrei bringen wir Reineke in der Nähe seines Tageseinstands sicher zum raschen Zustehen.

Bei sonnigem und windstillem, frostigen Wetter kann auch das Fuchsdrücken an kleinen, übersichtlichen Tageseinständen wie Schilf, Kulturzäunen oder Fichtenschonungen Erfolg bringen. Während sich ein oder zwei Jäger leise und mit perfektem Wind an den bekannten Pässen vorstellen, drückt ein weiterer leise hüstelnd den Bestand durch und bringt den Fuchs so zum ruhigen Verlassen seines Verstecks

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