Zwischen Glück und Stursinn: Ein Jahr Dackel Wilma – Wilmas Woche

Dackel „Wilma“ wird ein Jahr alt und konnte schon so einige Erfahrungen machen.
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Dackel „Wilma“ feiert in dieser Woche ihren ersten Geburtstag.
Dackel „Wilma“ feiert in dieser Woche ihren ersten Geburtstag.

Vor gut einem Jahr wurde der Wunsch nach einem Dackel für mich Realität: am 20.01.2022 wurde „Wilma“ als kleinste Hündin in einem sieben Kopf starken Welpenrudel gewölft. Nun feiert die junge Dackeldame ihren ersten Geburtstag, und ich blicke auf ein aufregendes erstes Jahr mit einigen Aufs und Abs zurück.

Welpen
"Wilma" (zweite von links) stammt aus dem Zwinger "Vom Eisenstein".

Zwischen enger Verbundenheit und sturem Eigenwillen

Rauhaardackel „Wilma“ zeigte von Beginn an eine enge Verbindung zu mir - jedoch nur im Haus. Sobald es nach draußen ging, folgte sie ihrer Nase und ließ mich trotz unendlicher Unterordnungsübungen links liegen. Freudig machte sie im Spurlaut „ihr Ding“, war nicht abrufbar, geschweige denn ansprechbar. So einige Male haderte ich mit mir, ob ein Dackel wirklich die Rasse Hund ist, mit der ich umgehen kann. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich nur Retriever gewohnt. Diese wurden auch immer jagdlich geführt, waren charakterlich aber doch ein ganz anderer Typ Hund als der Dackel.

30 Kilometer später

Auf die Spitze trieb es „Wilma“ kurz vor Weihnachten. Bis dato führte ich den Dackel entweder am Riemen aus, oder hatte sie stets im Auge. Bei einem unachtsamen Moment meinerseits nahm „Wilma“ plötzlich reißaus. Ich hatte keine Chance, noch irgendeinen Einfluss auf den Hund zu nehmen. So war „Wilma“ über mehrere Stunden verschwunden. Glücklicherweise wurde der kleine Dackel im Nachbarforst 30 Kilometer von mir entfernt unversehrt „aufgesammelt“ und nach Hause gebracht. „Wilma“ ist hier in der Gegend bekannt. Wer hätte gedacht, dass ein Dackel mit so kurzen Beinen eine solche Strecke laufen kann.

Ein Dackel bei der Jagd

Obwohl „Wilma“ anfangs jagdlich gerne ihr eigenes Ding machte, hat sich inzwischen ihr Verhalten sehr verändert. Ich denke, dass sie gemerkt hat, dass es sich doch sehr lohnt, bei mir zu bleiben bzw. immer wieder den Kontakt zu mir zu suchen, um gemeinsamen Jagderfolg zu haben.

Mittlerweile konnten wir schon ein paar Prüfungen erfolgreich ablegen und ich nehme sie nach wie vor zu jeder Art Jagd mit. Erst vor kurzem waren wir zusammen am Entenstrich. Der geschossene Erpel landete auf der anderen Seite des Flusses. Mutig schwamm die junge Hündin durch das kalte Wasser bis ans andere Ufer und steuerte zielsicher auf die Stockente zu. Das Apportieren der Ente gelang ihr noch nicht einwandfrei. Am Ende fanden aber beide den Weg zurück zu unserem Ufer. Darüber hinaus konnten wir noch einen Kormoran erlegen, den „Wilma“ sicherheitshalber beutelte.

Auch bei den Drückjagden hält sie deutlich besser den Kontakt. Sobald sie eine interessante Spur im Fang hat, löst sie sich rasch mit lautem Geläut. Anders als noch vor ein paar Monaten kehrt sie aber auf sicherer Spur wieder zurück zu mir.

Der Dackel konnte auch bereits ein paar Erfahrungen bei der Arbeit nach dem Schuss machen. So hat sie erst vor wenigen Tagen ein Schmalreh nachsuchen können. Wie festgeklebt lief sie auf der Schweißfährte und führte mich sicher zum Stück.

„Wilma“ entwickelt sich immer mehr zu dem Typ Hund, den ich so schätze: sie ist mutig, selbstbewusst und kann sich von mir lösen. Dabei hält sie trotzdem Kontakt zu mir und bemüht sich sehr, ihren Job gut zu machen. So kann es gerne weiter gehen. Ich freue mich auf die kommende Zeit.

Begleitet die kleine „Wilma“ alle zwei Wochen in ihrem Leben vom Junghund zum Dackel – mit freundlicher Unterstützung von AKAH.

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