Nachtjagd: Günstige Zielfernrohre für Nachtsichttechnik

Digitale Dual-Use-Nachtsichtgeräte werden immer beliebter, wobei diese auch an günstigen Zielfernrohren sehr gut funktionieren. Wir haben diesbezüglich sechs Zieloptiken für unter 1.000 Euro getestet.
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01. September 2022
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Zielfernrohre-guenstig

Wer Geld sparen möchte, wird ein digitales Aufsatzgerät für das Okular verwenden, auch Okular-Booster genannt. Die bekanntesten sind die Modelle von Pard und Sytong, die je nach Ausführung zwischen 400 € und 650 € kosten. Sie werden mit der mitgelieferten Montage hinten aufs Okular geklemmt, und der Benutzer schaut auf das digitale Bild und das Absehen des Zielfernrohres. Ein Einschießen des Okular-Boosters ist nicht notwendig – die Geräte funktioniert also echtes „Plug & Play“.

Auch die Verwendung auf mehreren Zieloptiken ist daher kein Problem. Die Reichweite liegt bei 50 bis 60 m, wenn die Lichtverhältnisse gut sind, und bei 80 bis 100 m, wenn ein zusätzlicher Infrarotaufheller benutzt wird. Dieser ist nach dem Waffengesetz aber nur erlaubt, wenn er nicht an der Schusswaffe befestigt ist! Auch Geräte mit eingebauten IR-Strahler dürfen nicht auf der Waffe montiert werden. Brauchbar sind die preiswerten digitalen Okularbooster für den Kirrungsjäger, der auf Kurzdistanz schießt, oder den Pirschjäger, der im Feld Rotten angeht.

Ein kleiner Nachteil ist, dass ein Okular-Booster das Zielfernrohr etwa 10 cm nach hinten verlängert und man ziemlich nah mit dem Auge an das Gerät muss. Eine Schaftverlängerung zum Aufstecken schafft Abhilfe, um einen korrekten Anschlag zu bekommen. Magnumkaliber verbieten sich vom Rückstoß her von selbst. Eine .308 Win., .30-06 oder 8x57 IS, möglichst noch mit Schalldämpfer versehen, ist die beste Wahl und reicht bei den realisierbaren Schussdistanzen völlig aus.

Welches Zielfernrohr eignet sich?

Ein hochpreisiges Zielfernrohr bringt in Verbindung mit einem Okular-Booster keine Vorteile, denn für die Aufhellung ist ja das Digitalgerät zuständig. Eine etwas höhere oder niedrigere Transmissionsleistung spielt keine Rolle. Damit lässt sich beim Kauf der Zieloptik eine Menge Geld sparen. Es könnte also sein, dass die hochpreisigen Premium-Dämmerungszielfernrohre, bei denen mit hohem Aufwand und Kosten das letzte Prozent Transmission herausgekitzelt wird, nicht mehr in den Stückzahlen über die Ladentische gehen, wie das vor der Legalisierung von Vor- und Aufsatzgeräten der Fall war.

In den absoluten Billigbereich darf man aber auch nicht gehen, denn das Glas muss schussfest sowie wasserdicht sein und sollte über eine präzise Mechanik verfügen. Wird das Zielfernrohr auch für die „normale Jagd“ auf Reh-, Rot-, Dam- oder Muffelwild in der Dämmerung eingesetzt, bei der ein Nachtsichtgerät verboten ist, sollte es daher über eine brauchbare Dämmerungsleistung verfügen. Ein variables 50er-Zielfernrohr mit Parallaxenausgleich sowie Leuchtabsehen ist die beste Wahl und wird zu Recht als Universalzielfernrohr angesehen. Sogar auf einer Ansitzdrückjagd lässt sich so ein 2-10 x 50 oder 2,5-12x50 noch einsetzen.

Die digitalen Nachsichtgeräte lassen sich auf jedes Zielfernrohr aufsetzen. Wenn die maximale Bildschärfe erreicht werden soll, muss das Glas über einen Parallaxenausgleich verfügen. Darüber lässt sich das Bild deutlich schärfer stellen. Die Grundvergrößerung sollte bei einem variablen Zielfernrohr nicht höher als 3- bis 4-fach liegen.

Testgläser mit Sytong ausgestattet

Wir haben sechs Zielfernrohre, die diese Kriterien erfüllen und nicht mehr als 1.000 € kosten, ausgewählt und in der Praxis in Verbindung mit einem Okular-Booster von Sytong ausprobiert. Dazu wurde das Sytong HT-66 in der „German Edition“ benutzt, das keinen eingebauten Infrarotaufheller hat, sondern eine Picatinnyschiene, auf der sich bei Bedarf ein Aufheller, etwa von Laserluchs, befestigen lässt. Dann darf das Gerät nach geltendem Recht aber nur als Beobachtungsgerät benutzt werden. Wird es am Zielfernrohr befestigt, muss der Aufheller runter.

Vom reinen Preis/Leistungs-Verhältnis her liegen die beiden günstigsten Modelle von GPO und Meopta deutlich vorn, wobei das Meopta mit seinem 6-fach-Zoom mehr bietet. Dafür ist das GPO kürzer und leichter. Bei den Transmissionswerten liegen die Testgläser alle sehr nahe beieinander, wozu man auch sagen muss, dass Unterschiede von 2 bis 3 % zwar messbar, aber in der Praxis mit dem Auge kaum wahrnehmbar sind. Jedes Auge reagiert hierbei zudem individuell.

Die besten Transmissionswerte haben Hawke und GPO. Bei der Bildqualität, also Kontrast und Auflösung, haben die teureren Gläser von Noblex und Hawke die Nase vorn, das günstige GPO kann aber immernoch gut mithalten. Hintergrund dieses Vergleichs war es aber, die Eignung der Optiken in Verbindung mit einem Okular-Booster zu testen, und da kann das Ergebnis unter Umständen ganz anders aussehen.

Was leisten die Gläser mit Booster?

Wir haben die Bildqualität bei Viertelmond auf eine realistische Distanz von 50 m geprüft. Als Ziel diente eine Wildscheibe mit der Abbildung einer Sau in Lebensgröße. Das Sytong verfügt über eine Fotofunktion. Wir haben mit jedem Testzielfernrohr ein Bild aufgenommen. Die Zielfernrohre waren dabei alle auf 4-fache Vergrößerung gestellt.

Die Fotos sind etwas schlechter als das tatsächliche Bild, zeigen aber die Unterschiede. Das klarste Bild liefern Meopta und Hawke, also vom Preis her eine der teueren und die günstigste Zieloptik. GPO und Noblex sind etwas schlechter. Capra und Professor Optiken bilden die Schlusslichter. Die Bilder sind ohne Zusatzbeleuchtung gemacht. Mit Infrarotaufheller wird die Bildqualität deutlich besser.

Fazit: Wird das Zielfernglas hauptsächlich zur Saujagd bei Nacht in Verbindung mit einem digitalen Okularaufheller eingesetzt, ist das preisgünstige Meopta Optika 6 die beste Wahl. Soll das Zielfernrohr universell eingesetzt werden, also auch bei Bewegungsjagden und dem Ansitz ohne Nachtsichttechnik, spielen auch Sehfeld und Transmission eine Rolle. Hier punkten dann Hawke, Noblex und Professor Optiken. Das GPO besticht zusätzlich durch seine sehr gute Bildqualität, Top-Transmission und die höchste Endvergrößerung, wobei es zudem noch sehr günstig und leicht ist.

Für Bewegungsjagden sind natürlich besonders die Optiken mit den kleinen Anfangsvergrößerungen wie etwa 2- oder 2,5-fach optimal. Je nach jagdlichem Einsatzweck lässt sich durchaus für unter 1.000 € ein brauchbares Zielfernrohr finden, an dem man seine Freude hat. In Verbindung mit einem Okular-Booster wird dann ein brauchbare Nachtjagd-Kombination für den kleinen Geldbeutel daraus.

Hawke Frontier 2,5-15x50: Sehr Gute Werte, Top Auflösung

Die Frontier-Zielfernrohrlinie ist die Premium-Serie des englischen Optikherstellers Hawke. Die 50er Zieloptiken mit 6-fachem Zoomfaktor haben einen 30er Mittelrohrdurchmesser, einen seitlich angeordneten Parallaxenausgleich. Darüber hinaus verfügen sie über ein beleuchtetes Absehen in der zweiten Bildebene. Wahlweise steht ein LR-Dot-Absehen oder ein TMX-Absehen zur Verfügung. Das LR-Dot-Absehen unseres Testglases ist praktisch ein Absehen 4 mit kleinem Leuchtpunkt und zusätzlich zwei Höhen-Korrekturlinien auf dem unteren Balken. Die Leuchteinheit ist zusammen mit dem Parallaxenausgleich im dritten Turm links am Mittelrohr untergebracht. Der Parallaxenausgleich liegt innen und hat einen großen geriffelten Drehring.

Die Verstellung reicht von 10 Yards (9,1 m) bis unendlich. Der vor dem Parallaxenausgleich angeordnete Regler für das Leuchtabsehen ist schmaler und hat 9 Stufen, die jeweils deutlich einrasten. Der Drehreger hat keinen Endanschlag. Es kann sowohl direkt die höchste Stufe eingeschaltet werden, als auch die niedrigste. Die Verstelltürme für Höhe und Seite sind als Schnellverstelltürme ausgelegt und müssen zum Verstellen angehoben werden. Die Scharfeinstellung am Ende des Okulars hat ein Feingewinde und einen Konterring. Ein Gummi polstert den Okularrand. Der Augenabstand ist mit 102 mm erfreulich groß.

Die Absehensverstellung funktionierte sauber. Pro Klick verändert sich die Treffpunktlage um 1 cm/ 100 m. Beim Testglas wurde eine Transmission am Tag von 89 % und bei Nacht von 85,5 % gemessen – Werte, die sich sehen lassen können. Das Bild ist sehr scharf und hell. Zum Preis von 849 € (UVP) handelt es sich um ein sehr gutes Optikpaket.

Hawke
Das Hawke-Zielfernrohr ist für etwa 849 € erhältlich.

Professor Optiken Ammersee 2,5—15x50: Mittelmäßige Schärfe und Auflösung

Das Ammersee macht einen ordentlich verarbeiteten Eindruck und ist mit 637 Gramm auch nicht zu schwer. Die Gesamtlänge beträgt 375 mm. Bei der Ausstattung hat man tief in den Optikbaukasten gegriffen. 6-facher Zoom, Parallaxenausgleich als dritter Turm links am Mittelrohr, beleuchtetes Absehen, wobei der Drehregler in den Turm des Parallaxeausgleich integriert ist. Dieser reicht von 10 m bis unendlich.

Für die Höhenverstellung wird ein zusätzlicher, hoher Ballistikturm mitgeliefert, der gegen den montierten flachen Turm ausgetauscht werden kann. Dieser Turm lässt sich auch ohne Werkzeug nullen, indem er angehoben und gedreht werden kann, ohne dass die Verstellung betätigt wird. Beim Seitenverstellturm wird zum Nullen Werkzeug benötigt. Der Ballistikturm hat keine Skala, sondern lediglich eine 0. Hier soll sich anscheinend der Nutzer seine eigenen Verstellmarkierungen anbringen. Das 4er Absehen mit rot leuchtendem Mittelpunkt lässt sich in 6 Stufen dimmen. Die Absehenverstellung arbeitet im Klickmodus und verändert die Treffpunktlage um 0,7 cm auf 100 m. Der Augenabstand ist mit 97 mm großzügig.

Das Einschießen war kein Problem, die Absehenverstellung arbeitet präzise. Beim Testglas wurde eine Transmission am Tag von 89,1 % und bei Nacht von 87,4 % gemessen. Bei der Auflösung schwächelt das Ammersee, das sieht man auch in der Dämmerung im Revier. Der Kontrast ist nicht sehr ausgeprägt. Auch am Bildrand ist eine deutliche Unschärfe, besonders bei höherer Vergrößerung, sichtbar. Hier muss aber auch der Preis von 739 € (UVP) beachtet werden. Dafür ist das Gesamtpaket in Ordnung. Mehr ist für diesen Preis sicher nicht drin.

Professor
Etwa 740 € kostet das Zielfernrohr von Professor.

GPO Spectra 4-16x50: Für Ansitz und nachtjagd geeignet

Spectra heißt die neue Zielfernrohrserie, mit der der Optikhersteller GPO jetzt auf den deutschen Markt vorstößt. Die Schärfeeinstellung wird am Ende des gummigepolsterten Okulars vorgenommen. Die Verarbeitung macht einen sehr wertigen Eindruck. Der Turm für die Leuchteinheit ist an der linken Seite des Mittelrohres positioniert, genau wie der Parallaxenausgleich, der von 15 m bis unendlich reicht. Die Helligkeit des Leuchtpunktes lässt sich stufenlos regulieren. Eine Abschaltautomatik ist auch verbaut.

Sinkt die Batteriereserve auf 15 %, blinkt das Leuchtabsehen beim Einschalten, und die Batterie sollte in der nächsten Zeit gewechselt werden. Das Absehen ist in der zweiten Bildebene platziert. Voll aufgedreht ist es sehr hell und in der untersten Einstellung gerade mal zu sehen. Bei dem Absehen handelt es sich um das G4Drop mit ballistischen Vorhaltemarken. Der gesamte Vergrößerungsbereich wird mit einer halben Umdrehung abgedeckt. Der Augenabstand ist mit 97 mm erfreulich groß. Das Spectra ist 369 mm lang und wiegt 630 g. Das Einschießen der Waffe war kein Problem, die Absehenverstellung des GPO funktionierte fehlerfrei. Pro Klick verändert sich die Treffpunktlage um einen Zentimeter auf 100 Meter.

Die Verstelltürme lassen sich ohne Werkzeug nullen, indem die obere Abdeckkappe abgedreht, der Turm angehoben und in die gewünschte Position gedreht und die Kappe wieder aufgeschraubt wird. Die Transmission bei Tag lag bei 89,9 % und bei Nacht bei 87,7 %. Das sind für ein Zielfernrohr dieser Preisklasse Spitzenwerte. Das Bild ist hell, kontrastreich und hat eine ordentliche Randschäfte. Mit 599,99 € (UVP) handelt es sich um ein sehr preisgünstiges Glas.

Spectra
Das Zielfernrohr von GPO kostet lediglich etwa 600 €.

Capra Balmhorn 3-18x50: Mit Aufastzgerät nur mittelmäßiges Bild

Bei der Ausstattung hat Capra nicht gespart. 6-fach-Zoom, Parallaxenausgleich als dritter Turm links am Mittelrohr, beleuchtetes Absehen, wobei der Drehregler in den Turm des Paralaxeausgleich integriert ist, Ballistiktürme für Höhen- und Seitenverstellung, die arretierbar sind. Bis auf den Gummiring am Okularende wurde auf Kunststoff verzichtet. Auch eine Abschaltautomatik für den Leuchtpunkt ist vorhanden. Das Glas macht auf den ersten Blick einen sehr soliden Eindruck – und das für 895 € (UVP).

Hinzu kommen 30 Jahre Garantie! Das Absehen liegt in der zweiten Bildebene und wird pro Klick um einen cm verstellt. Das Glas hat sogar einen Ballistikturm für die Seitenverstellung. Um den Ballistikturm drehen zu können, muss er angehoben werden. Nach dem Verstellen wird er in die Ausgangsposition zurück gedrückt und ist dann arretiert. Der Drehturm für den Parallaxenausgleich ist in yds beschriftet und reicht von 10 yds (9,1 m) bis unendlich. Vor dem Regler für den Parallaxenausgleich liegt die Verstellung fürs Leuchtabsehen. Sie hat sechs Stufen und lässt sich in beide Richtungen drehen.

Man kann wählen, ob man am Anfang die höchste oder die niedrigste Stufe hat. Nach jeder Stufe schaltet sich die Beleuchtung in der Zwischenstufe aus. Die Absehensverstellung arbeitet mit 1 cm/ Klick präzise. Die Tagtransmission von 86,3 % und 84,4 % bei Nacht liegen auch im Rahmen. Das Bild macht einen hellen und scharfen Eindruck bei noch guter Randschärfe.

Capra
Das Capra Balmhorn-Zielfernrohr kostet etwa 895 €

Meopta Optika6 3-18x50 RD SFP: Günstiges Allroundglas

Optika 6 ist die preisgünstige Zielfernrohrserie des tschechischen Optikherstellers Meopta. Parallaxenausgleich und Regler für das Leuchtabsehen sind links am Mittelrohr in einem Turm zusammengefasst. Der Parallaxenausgleich beginnt schon bei 10 Yards (9,1 m), und das Leuchtabsehen kann in sechs Stufen gedimmt werden, die jeweils angenehm deutlich einrasten. Nach drei Stunden schaltet sich die Absehenbeleuchtung automatisch ab, um die Batterie zu schonen.

Das Absehen wird sehr hell beleuchtet. Bei Dämmerung ist lediglich Stufe 1 brauchbar, danach überstrahlt der rote Punkt. Der Zoomring, der Drehring für den Parallaxenausgleich sowie die beiden Abdeckungen der Verstelltürme, sind mit grob geriffelten markanten Gummiringen ausgestattet, die dem Glas ein modernes Aussehen verleihen. Die Klickverstellung des Absehens arbeitet mit 0,7 cm pro Klick und lässt sich nullen. An der Präzision der Verstelleinrichtung gab es nichts auszusetzen. Mit satten 810 g ist das Meopta das mit Abstand schwerste Glas im Test. Mit 649 € (UVP) ist es allerdings sehr günstig. Optisch kann sich das tschechische Glas durchaus sehen lassen.

Das Bild ist hell, kontrastreich und besitzt eine ausreichende Randschärfe. Die ermittelte Tagtransmission lag bei 89,8 %, bei Nacht waren es 87,2 %, was bei diesem Preis schon erstaunlich gut ist. Als nützliches Zubehör wird ein einschraubbarer Schnellverstellhebel für den Zoomring mitgeliefert, der sich bei aufgesetztem Okular-Booster als sehr praktisch erwies, wenn die Vergrößerung geändert wird. Auch wenn es sehr günstig ist, braucht sich das tschechische Zielfernrohr gegenüber der Konkurrenz aus Fernost nicht zu verstecken.

Meopta
Auf dem Markt kostet das Meopta-Zielfernrohr etwa 599 €.

NOBLEX NZ6 2-12x50 inception: Super Preis-Leistungsverhältnis

Die Inception-Baureihe ist die günstige Zielfernrohrserie des Eisfelder Optikspezialisten. Für 895 € (UVP) wird hier ein variables Zielfernrohr mit 6-fach-Zoom und „Vollausstattung“ angeboten. Der Dioptrienausgleich ist als Schnellverstellung am Okularende angeordnet und der Drehregler für das Leuchtabsehen als dritter Turm links am Mittelrohr. Dort ist auch der Parallaxenausgleich integriert.

Der Vergrößerungsbereich wird über eine halbe Umdrehung am gummierten Zoomring abgedeckt. Zwischen 3- und 5-fach ist ein gut fühlbarer „Knubbel“ angebracht. Der Regler für die Leuchtintensität des Zielpunktes hat zwar eine Skalierung von 1-11, die Regelung erfolgt aber stufenlos. Hinter dem Drehring für den Leuchtpunkt (Absehen 4) liegt der Parallaxenausgleich von zehn m bis unendlich. Die Absehensverstellung hat eine Klickrastung, verstellt die Treffpunktlage pro Klick um einen Zentimeter und lässt sich nullen, wenn die zentrale Schraube gelöst wird. Bei Nichtgebrauch und dem damit verbundenen Ablegen der Waffe, schaltet der integrierte Lagesensor den Leuchtpunkt automatisch ab. Das Abschalten erfolgt in der Vertikalen bei einem Winkel größer +45° und -75° und in der Horizontalen größer ±45°.

Nach drei Stunden wird ebenfalls automatisch abgeschaltet. Das Absehen liegt in der zweiten Bildebene. Mit einer Baulänge von 355 mm bei 650 g Gewicht ist das Inception kompakt und nicht zu schwer. Die gemessene Tagtransmission lag bei 85,1 %, die Nachttransmission bei 81,5 %. Das Bild ist hell, gut aufgelöst und auch einigermaßen randscharf. Die Absehenverstellung funktionierte dazu sehr präzise. Es handelt sich um ein Zielfernrohr mit einem sehr guten Preis/ Leistungsverhältnis.

Noblex
Das Noblex Inception-Zielfernrohr kostet etwa 895 €.
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