Jagdwaffen verändern – was darf ich machen?

Was darf ich an meiner Büchse selbst werkeln? Diese Frage stellen sich wahrscheinlich viele Jäger. Hier ein kleiner Leitfaden.
Image
Für viele Systeme gibt es mittlerweile Nachrüstoptionen wie Schäfte, Abzüge oder Montagebasen. Schaftwechsel? Kein Problem in der heimischen Werkstatt.
Für viele Systeme gibt es mittlerweile Nachrüstoptionen wie Schäfte, Abzüge oder Montagebasen. Schaftwechsel? Kein Problem in der heimischen Werkstatt.

Irgendwann ist immer einmal Zeit für Veränderungen. Das gilt auch für Jagdbüchsen. Mit der Zeit entspricht vielleicht die Optik nicht mehr den eigenen Anforderungen, ein Schalldämpfer samt Mündungsgewinde soll her oder die offene Visierung könnte eigentlich einmal weichen, schließlich wurde sie bisher noch nicht genutzt. Doch nicht alle Arbeiten an einer Büchse darf man selbst durchführen. Im Folgenden erhalten Sie Auskunft darüber, wo sie an Ihrer Büchse selbst Hand anlegen dürfen und was Sie besser dem Fachmann überlassen.

Veränderung wesentlicher Teile einer Schusswaffe

Grundlegend gilt, dass Veränderungen an den wesentlichen Teilen einer Schusswaffe nur von Personen mit einer Waffenherstellungserlaubnis, in der Regel Büchsenmachermeister, durchgeführt werden dürfen. Den Lauf meiner Büchse kürzen und ein Gewinde schneiden, darf ich also selbst nicht durchführen. Auch darf ich keine Bohrungen für die Montage von Basen oder einer offenen Visierung vornehmen. Schließlich zählt das Bohren und Schneiden eines Gewindes für die Schrauben auch zur Veränderung der wesentlichen Teile einer Schusswaffe.

Andersherum darf ich – sofern Gewinde für die Aufnahme vorhanden sind – Montagebasen montieren und diese auch verkleben. Zwar sind die Montagebasen dann dauerhaft mit der Systemhülse verbunden, doch das zählt nicht als Veränderung wesentlicher Teile einer Schusswaffe. Ebenfalls darf ich bereits montierte offene Visierungen wieder abnehmen. Das stellt keine Veränderung an den wesentlichen Teilen dar, da die Gewinde bereits geschnitten worden ist und die Waffe dementsprechend beschossen wurde. Auch dürfte man eine offene Visierung selbst auflöten. Bei diesem Prozess wird keine Veränderung der wesentlichen Teile der Schusswaffe vorgenommen. Fragt sich nur, wer außerhalb des Büchsenmacherhandwerks zu so etwas in der Lage ist.

Wer seine Büchse zum Trocknen oder Reinigen zerlegen möchte, kann das problemlos zu Hause tun. Doch vorsicht: Was zerlegt wurde, muss auch wieder zusammengesetzt werden können.
Wer seine Büchse zum Trocknen oder Reinigen zerlegen möchte, kann das problemlos zu Hause tun. Doch vorsicht: Was zerlegt wurde, muss auch wieder zusammengesetzt werden können.

Jagdbüchsen im Baukastensystem

Wer für seine Büchse einen neuen Abzug wünscht, kann auch hier selbst Hand anlegen. Für viele Modelle, die nach dem Baukastenprinzip aufgebaut sind wie die Howa 1500, Tikka T3 oder Remington 700 und Modelle mit denselben Abmaßen wie die Bergara B14-Serie, gibt es Wechselabzüge beispielsweise von Timney, TriggerTech oder BIXNANDY. Diese können problemlos mit dem Heimischen Werkzeug ausgetauscht und auf Sicherheit überprüft werden. Wer über ältere oder seltene Büchsenmodelle verfügt, muss in der Regel seinen vorhandenen Abzug verändern. Auch wenn diese Arbeiten rein rechtlich selbst erledigt werden dürfen, sollte diese Aufgabe aus Sicherheitsgründen Büchsenmachern überlassen werden.

Ähnlich unproblematisch gestaltet sich der Austausch von Schäften oder Schaftsystemen wie Chassis. Auch hier gilt wieder, dass viele Systeme baukastenähnlich austauschbare Komponenten enthalten. Das trifft nicht nur auf Remington 700, Tikka und co. zu, sondern auch auf Modelle wie der Blaser R8, Heym SR30 und SR21 und selbst auf den guten, alten 98er. In der Regel ist alles was man für einen Austausch an Werkzeug braucht ein Drehmomentschlüssel. Dort wo eine Systembettung von Nöten ist, darf diese in der heimischen Werkstatt durchgeführt werden.

Weitere Funktionen
Kommentieren Sie