Füchse bejagen: 17 Kaliber für die Fuchsjagd im Vergleich

Das richtige Kaliber kann über Jagderfolg bestimmen: Hier sind die Vor- und Nachteile von über 17 Kalibern für die Fuchsjagd.
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Fuchs-im-Winter
Im Winter locken die Bälge: Doch welches Kaliber ist am besten für die Fuchsjagd?

Im Sommer schnüren die Jungfüchse über Acker und Felder. Das richtige Kaliber kann über Jagderfolg oder Misserfolg bestimmen. Vorteile und Nachteile von über 17 Kalibern für die Fuchsjagd haben wir deswegen für Sie herausgearbeitet.

Randfeuerkaliber

  • Kaliber .17: Seit einiger Zeit ist das Kalibermaß .172, also 4,37 Millimeter, nicht nur jenseits des Großen Teichs in Mode gekommen. Bei den Randfeuerkalibern haben vor allem die .17 Mach 2 und .17 HMR gegenüber der .22 lfB den Vorteil einer gestreckteren Flugbahn, aber den Nachteil eines geringeren Geschossdurchmessers und auch geringeren Geschossgewichts. Beide .17er Patronen schießen hochpräzise. Sie sind bis gut 100 Meter zur Fuchsjagd verwendbar, die .17 HMR auch etwas darüber bis etwa 130 Meter. Ihre für schwächeres Wild entwickelten, fragilen Varmintgeschosse zerlegen sich extrem schnell. Sie lösen sich praktisch in Kleinfragmente auf, die über den gesamten Schusskanal verteilt werden. Als geeignet erwiesen sich das 1,3 g Gamepoint (CCI) oder das 1,1 g Accutip (Rem.) in der .17 HMR, die etwas stabiler aufgebaut sind. Sie ergaben eine gute Tötungswirkung und keine nennenswerte Balgentwertung. In der .17 Mach 2 ist das 1,1 g Hornady V-Max verwendbar. Auf 100 Meter Fleck eingeschossen, liegt die Maximal-Einsatzweite wegen der leichten Geschosse eben dort.
  • Kaliber .22 lfB: Die .22 lfB ist eine 50-m-Patrone mit sehr gekrümmter Flugbahn und zudem sehr windempfindlich. Selbst als HV- oder Hyper Velocity-Patrone ist sie – auf den Fuchs bezogen – keine passende Lösung. Hingegen ist sie zu Recht bei der Fallenjagd für exakt platzierte Fangschüsse beliebt.
  • Kaliber .22 WMR: Die .22 WMR (im Volksmund .22 Magnum) ist deutlich stärker. Zwecks besserer Wirkung empfehlen sich TM- oder Hohlspitzgeschosse. Die Einsatzweite reicht höchstens bis 100 Meter, wobei auch der Lauflänge (zumindest 44 cm-Einstecklauf) das Augenmerk gilt. Die Balgentwertung ist gering. Insgesamt sind die Randfeuerkaliber keine erste Wahl: Die effektive Einsatzweite ist bescheiden und die Windempfindlichkeit hoch. Gut einsetzbar sind die Randfeuerkaliber an Luderplätzen oder beim Waldansitz, wenn über die Schrotschussgrenze nur moderat hinausgeschossen werden muss.

5,6-mm-Kaliber

Ideal für die Fuchsjagd sind Kaliber bis hin zu .243 „ (6,17 mm). Gewiss liegt der Idealbereich bei 0,224 „ (5,69 mm), den sogenannten 5,6-mm-Kalibern.

  • .22 Hornet: Die .22 Hornet ist eine effektive Patrone bis auf rund 100 Meter oder etwas darüber (Windempfindlichkeit). In der „Schonzeit“-Bockbüchsflinte oder im Bockdrilling bildet sie als kleine Kugel in Ergänzung zum Schrotlauf einen „verlängerten Arm“ – wie auch im Einstecklauf des Drillings. Selbst ältere Drillinge sind gasdrucktechnisch durch sie nicht überfordert.
  • .204 Ruger: Die .204 Ruger (5,18 mm) wird mit 1,56- bis 2,92-g-Geschossen angeboten. Es ist eine sehr präzise und hochrasante Patrone mit sehr gestreckter Flugbahn. Wie bei den .17er Kalibern schmiert sich der Lauf schnell zu. Regelmäßige Laufreinigung ist für eine hohe Schusspräzision also unerlässlich. Mit 2,59- und 2,92-g-Geschossen eignet sich die .204 Ruger gut für den Fuchs, fast ohne eine Balgentwertung. Die sichere Einsatzweite liegt dann bei rund 200 Metern oder etwas darüber.
  • .222 Rem., .223 Rem., .22-250 Rem., .22 PPC, .220 Swift und 5,6 x 50 (R) Mag.: Die universelleren .22er/ 5,6-mm-Kaliber auf Reineke sind .222 Rem., .223 Rem., .22-250 Rem., .22 PPC, .220 Swift und 5,6 x 50 (R) Mag. mit 3,24- bis 3,56-g-Geschossen. Die besten Erfahrungen machte ich mit Hornady SP (geringste Balgentwertung), Sierra GK oder Nosler B.T. Genannte Geschosse haben keine abgeplattete Spitze (wäre bei RWS der Fall). Vollmantel-Geschosse lehne ich ab, da die Augenblickswirkung oft ungenügend ist und es zu langen Fluchtstrecken kommen kann. Sehr unterschiedliche Wirkung erzielen Hohlspitz-Matchgeschosse – sie sollten dem Schießstand vorbehalten bleiben. Ebenfalls schlechte Erfahrungen machte ich mit leichten 40-grs-Hohlspitz-Geschossen in 5,6-mm-Kalibern: Bei eisiger Kälte hatte ich öfters ungenügende Wirkung. Teils zerplatzten sie auf dem Balg und drangen ungenügend ein (jeweils .22-250 Rem.). Problemlos kann man mit den genannten Kalibern bis 200 Meter schießen. Mit der .22-250 Rem. und .220 Swift werden geübte, besonnene Schützen unter besten (!) Rahmenbedingungen noch darüber hinausgehen. Keine besonders guten Erfahrungen machte ich hingegen mit der .223 WSSM, die etwa in die Kategorie der .220 Swift fällt. Ebenfalls erkenne ich bei der .224 Wby. Mag. keine Vorteile gegenüber der .22-250 Rem. Die 5,6 x 57 (R) ist übertrieben stark, was auch für die 5,6 mm SE v. H. gilt. Diese beiden Kaliber sind zwar für sehr weite Schüsse ideal und relativ windunempfindlich, die Balgentwertung ist aber hoch.

Wer Munitionstabellen immer nur unter dem Aspekt der Rasanz interpretiert, hat die Rechnung ohne den Seitenwind gemacht. Hier trumpfen die 6-mm-Kaliber gegenüber den 5,6ern durch höhere Geschossgewichte, folglich Trägheit gegenüber seitlicher Abdrift. Für Weitschüsse rate ich zu einem 6-mm-Kaliber: 6 mm PPC, 6 mm Norma BR, 6 mm XC Norma, 6 mm Rem. und .243 Win. Unnötig stark wirken .240 Wby. Mag. und .243 WSSM; sie bringen in der Praxis keine Vorteile gegenüber den Vorgenannten. Die gasdruckmoderate 6 x 70 R wiederum eignet sich sehr gut für Einsteckläufe und Bockdrillinge. Nicht zuletzt unter dem Stichwort Waffenkonstruktion wird man sich zumeist auf mittlere Entfernung einschränken.

6-mm-Kaliber

  • 6 mm XC: Ideal für weite Schüsse – unter idealen Schießstandbedingungen (!) bis zu 300 Meter – ist die hochpräzise 6 mm XC mit ihren 6,48-g-Geschossen.
  • 6 mm BR: Die 6 mm BR ist laborierungsmäßig problematischer, aber ebenfalls dafür gut geeignet.
  • 6 mm PPC: Nach wie vor ist 6 mm PPC das präziseste Kaliber, das ich kenne. Wegen der maximal 4,5 g schweren Geschosse ist sie aber windempfindlicher und folglich eher eine 200-Meter-Patrone.
  • 6 mm Rem.: Die 6 mm Rem. basiert auf der 7 x 57 und ist eine sehr starke Patrone. Ich schieße mit ihr das Nosler B.T. (4,5 g) auf Füchse. Da meine Waffe nahezu Loch in Loch schießt, könnte ich bei mäßigem Wind bis 300 Meter schießen.
  • .243 Win.: Die .243 Win. ist eine sehr unproblematische Patrone, die laborierungsunempfindlich ist. Viele Waffen schießen mit Geschossgewichten von 2,56 bis 6,93 g sehr präzise. Die leichteren Geschosse bis 4,5 g sind ideal bis 200 Meter. Darüber hinaus schieße ich 6,15- bzw. 6,48-g-Geschosse. Je nach Präzision der Waffe sind Schüsse bis 300 Meter zu meistern. Auch in den 6-mm-Kalibern bevorzuge ich Teilmantel- oder jagdliche Hohlspitzgeschosse. Je nach Treffersitz hat man eine mehr oder weniger starke Balgentwertung. Die Wirkung aber ist im wahrsten Sinne umwerfend. Schon wegen der besseren Zielwirkung – vor allem bei weiten Schüssen – sollte man stets Deformationsgeschosse einsetzen.
  • 6x70 R: Die gasdruckmoderate 6 x 70 R eignet sich sehr gut für Einsteckläufe und Bockdrillinge. Nicht zuletzt unter dem Stichwort Waffenkonstruktion wird man sich zumeist auf mittlere Entfernung einschränken.
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